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Autor: Carmen Reuter

Carmen Reuter stützt den Kopf in die Hände und schaut frustriert

Perfektionisten können kein Nein sagen – warum Techniken hier nicht helfen

Es gab in meiner Familie eine eiserne Regel. Kaum einer sprach sie aus, aber sie hing über allem. Sie lautete: Mach es richtig oder gar nicht.

Eine gute Regel, ehrlich. Sie führt zu Erfolg. Sie hat mich weit gebracht. Doch sie hat einen Haken, den ich erst auf meiner 1. Fortbildung in den USA bemerkt habe.
Meine Kollegin und ich kamen abends mit Verspätung am Seminarort an: statt freudigem Empfang glich das Zentrum einem aufgescheuchten Bienenstock. Nach einem akuten Notfall mit vermisster Person, hatte der Sheriff eine Suchaktion angeordnet, die die ganze Tagungsleitung mit einbezogen hatte.

Die einzige Kursteilnehmerin, die noch direkt vor Ort war, begrüßte uns mit einem müden Hallo und überließ uns uns selbst.
Irritierend, nein, sogar frustrierend. Irgendwann fiel mir auf, dass ich kurz angebunden reagierte, ja rigide, kurz vor aggressivem Austeilen. So gar nicht ich selbst, am Anfang einer Weiterbildung, auf die ich mich monatelang gefreut hatte.

Dann wurde mir plötzlich klar, was los war: Ich wusste nicht, was richtig war: befand mich auf völlig ungewohntem Spielfeld mit unbekannten Regeln. Und ich wollte mich doch richtig verhalten. Einen guten Eindruck machen.

In diesem Moment ist mir etwas aufgegangen, das ich seitdem in fast jedem Coaching wiederfinde. „Richtig“ ist immer etwas, das von außen bestimmt wird. Es enthält eine Bewertung, die irgendjemand, irgendwann bestimmt hat: damit auch die Möglichkeit von Fehler, von Versagen, von nicht-geschafft.

Perfektionisten können kein Nein sagen, und das liegt nicht an fehlender Kommunikations-Technik. Es liegt an dieser Angst vor der Bewertung, die sie überallhin mitnehmen. Darum geht es hier.

Das Wichtigste in Kürze

Perfektionismus ist nicht dasselbe wie Akribie. Das Streben nach Qualität ist einfach das Streben nach Qualität. Der (negative) Perfektionismus bedeutet: Der Selbstwert hängt am Ergebnis.

Wer seinen Wert über Leistung definiert, erlebt ein Nein nicht als Grenze, sondern als Beweis, nicht genug zu leisten. Ein Nein fühlt sich nicht nach Abgrenzung an, sondern nach Versagen.

Bei Frauen kommt eine zweite Anforderung dazu. Nicht höherer Perfektionismus, da findet die Forschung kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aber ein zusätzlicher Anspruch an die Beziehung: Alle sollen zufrieden sein. Und zwar mühelos.

Deshalb greifen Nein-sag-Techniken bei Perfektionistinnen nicht. Sie setzen am Verhalten an. Das Problem sitzt aber im Selbstbild.

Der Ausweg beginnt nicht bei besseren Formulierungen, sondern bei der Entkopplung von Wert und Leistung.

Was Perfektionismus wirklich ist – und was nicht

Ich schaue zurzeit gerne „Das große Backen – Die Profis“. Atemberaubend, was die unter Zeitdruck herstellen sollen. Zwanzig Törtchen, die alle gleich auszusehen haben. Top-Qualität, Höchstmaß an Akribie.

Mir bleibt da meistens die Spucke weg. Wenn sie mir vorher nicht im Mund zusammengelaufen ist, wegen all der Leckereien 😉.

Mit meiner langjährigen Erfahrung als genesen(d)e Perfektionistin konnte ich sofort die zwei identifizieren, die in der Perfektionsfalle sitzen. Von den acht Bäckerinnen und Bäckern strebten sechs danach, beste Leistungen abzuliefern und sich im Wettbewerb durchzusetzen.

Das wollen die Perfektionisten natürlich auch. Doch sie gehen anders an Aufgaben heran und anders mit ihnen um.

Was Perfektionisten ausmacht: Sie haben ihren Selbstwert an das Ergebnis einer Aufgabe gekoppelt.

Das ist der ganze Unterschied – leider folgenreich.

Denn wer den eigenen Wert am Ergebnis festmacht, reagiert viel empfindlicher auf Kritik. Das war bei einem der Bäcker gut zu sehen, der schnell ausgeschieden ist. So sehr er sich zusammenriss, man sah, dass ihn das Ausscheiden zutiefst getroffen hatte. Wenn der eigene Selbstwert am Ergebnis hängt, bekommt das eine Schwere (und Dramatik), die weit über die Teilnahme an einem Wettkampf hinausgeht.

In meinen besten Perfektionistenzeiten konnte ich mich tagelang geißeln, wenn ein Ergebnis nicht meinen Erwartungen entsprach. Es war dann nicht nur etwas, was nicht geklappt hatte. Sondern ich wertete mich innerlich ab, hatte keine Gnade mit mir und setzte mir für das nächste Mal noch höhere Ziele, für die ich mich unbarmherzig antrieb.

Das Credo der Perfektionisten lautet: „Ich bin, was ich leiste und wie gut ich es leiste.“

Das führt auf Dauer zu Erschöpfung und ist definitiv ein Scheunentor in den Burnout.
Die Forschung sieht das übrigens ähnlich differenziert. Man unterscheidet dort seit über dreißig Jahren zwei Seiten: das Streben nach hohen Standards und die Sorgen um Fehler, Bewertung und Nicht-Genügen.

Eine Metaanalyse von Andrew Hill und Thomas Curran mit 43 Studien und knapp 10.000 Menschen zeigt: Das hohe Streben allein hängt schwach negativ mit Burnout zusammen. Die Sorgen hängen deutlich positiv damit zusammen.

Anders gesagt: Nicht der Anspruch macht krank. Sondern die Angst, an ihm zu scheitern.

Warum sich ein Nein für Perfektionistinnen nicht nach Grenze setzen anfühlt

Wenn dein Wert am Ergebnis hängt, dann bedeutet jede neue Aufgabe: Du musst dich wieder beweisen. Nicht einmal. Jedes Mal.

Ich habe das mal so formuliert: Wenn jede neue Aufgabe bedeutet, den eigenen Selbstwert wieder unter Beweis stellen zu müssen, dann kostet jede neue Aufgabe einfach viel mehr Überwindungs-Energie überhaupt zu starten.

Und ein Nein?

Ein Nein ist die eine Sache, die du nicht lieferst.
Es ist kein neutraler Satz. Es ist keine Terminfrage. Es ist ein Beleg, in deiner eigenen inneren Buchführung, dass du diesmal nicht genug warst:
Nicht schnell genug. Nicht belastbar genug. Nicht die, auf die man sich verlassen kann.

Die innere Gleichung sieht so aus:

Nein = ich liefere nicht = ich bin nicht genug.

Deshalb sagst du Ja, obwohl dein Kalender schon lange überquillt. Deshalb bereitest du dich sonntags auf Montag und die Woche vor, statt dich zu regenerieren. Deshalb liest du Gesetzestexte am Wochenende, damit du am Dienstag jede Frage sicher beantworten kannst.

Nicht weil du keine Grenzen kennst. Sondern weil eine Grenze dich etwas kostet, das andere nicht bezahlen müssen: ein Stück von dem, was du glaubst zu sein.

Der Unterschied, den kaum jemand benennt

In den Durchschnittswerten unterscheiden sich Männer und Frauen beim Perfektionismus kaum. So fasst es der aktuelle Überblicksartikel der Gruppe um Paul Hewitt und Gordon Flett zusammen, die dieses Feld seit den Neunzigern prägt. In einzelnen Bereichen gibt es Abweichungen, und die Forschenden sagen selbst, dass hier noch Fragen offen sind. Aber das große Bild ist: Der Anspruch ist derselbe.

Nur ist er bei Frauen immer geprägt mit dem: schaff alles, mach es allen recht, sorge dafür, dass alle glücklich sind – und das bitte mit der größten Leichtigkeit.

Das müssen Männer nicht. Bei denen darf es auch schwer aussehen.

Zwei Psychologinnen haben für dieses Muster einen Namen gefunden, und ich finde ihn treffend. Vicki Helgeson und Heidi Fritz nennen es unmitigated communion, auf Deutsch etwa: für alle da sein und sich selbst dabei rausrechnen.

Ihr Befund: Frauen zeigen dieses Muster deutlich häufiger, und es macht auf Dauer traurig. Und jetzt kommt das Entscheidende. Nicht „weiblich sein“ macht das. Sondern genau dieses Sich-selbst-Weglassen.

Der Unterschied liegt also nicht im Anspruch an die Leistung. Er liegt im Anspruch an die Beziehung.

Und deshalb verletzt ein Nein bei Frauen zwei Dinge gleichzeitig. Es verletzt den Leistungsanspruch: ich habe nicht geliefert. Und es verletzt den Beziehungsanspruch: jetzt ist jemand unzufrieden mit mir. Kein Wunder, dass „Sag doch einfach Nein“ nicht funktioniert.

Woher die Gleichung kommt

Niemand wacht eines Morgens auf und beschließt, den eigenen Wert an Leistung zu koppeln. Das wird aufgebaut über Jahre. Meistens von Menschen, die es (irgendwie) gut meinten.

Es fängt oft mit Kritik an, die eigentlich anspornen soll. In meinen Kursen höre ich solche Sätze regelmäßig, und sie ähneln sich erstaunlich:

  • „Wie, du hast nur die Note Zwei? Es gab doch auch einen Einser. Warum bist du da nicht auch dabei?“
  • „Noch eine Vier und ich stecke dich auf die Hauptschule!“

Eine Teilnehmerin hat mir ihren daraus entstandenen inneren Kernsatz aufgeschrieben. Er lautet: „Mach ja keinen Fehler, sonst passiert etwas ganz Schlimmes.“
Sie ist längst erwachsen und leitet heute ein Team. Der Satz arbeitet immer noch.

Die Familientherapeutin Virginia Satir hat das schon in den Sechzigerjahren beschrieben. Sie nannte Familienregeln „Shoulds“ und Überlebensüberzeugungen: Maßstäbe, an denen sich entscheidet, ob man die Zustimmung der eigenen Familie bekommt. Regeln, die die Freiheit einschränken, sich zu zeigen, senken nach Satirs Beobachtung den Selbstwert. (Nachzulesen in ihrem Klassiker Conjoint Family Therapy, 1964.)

Überlebensüberzeugungen. Ich finde das Wort sehr genau. Denn genau so fühlt es sich später an: nicht wie eine Vorliebe, sondern wie eine Bedingung.
Was auch dazugehört: In Familien, in denen alle Angst haben, kritisiert zu werden, versuchen alle, es perfekt hinzukriegen. Auf irgendeine Art. Weil das nicht geht, scheitern alle permanent an diesem Anspruch.
Um der drohenden Kritik zu entgehen, kommt es dann zu einem Wettlauf. Wer als Erstes die anderen kritisiert, ist vor der Kritik von ihnen sicher.

Übrigens nimmt dieses Muster zu. Curran und Hill haben in einer Metaanalyse mit über 41.000 Studierenden gezeigt, dass Perfektionismus zwischen 1989 und 2016 messbar angestiegen ist. Am stärksten die Form, bei der Menschen glauben, andere erwarteten Perfektion von ihnen. Um 32 Prozent!

Wie dieser Anstieg zu erklären ist, wird in der Fachwelt diskutiert, und die Daten stammen aus dem angloamerikanischen Raum. Aber die Richtung ist eindeutig. Wir werden nicht entspannter. Wir werden anspruchsvoller mit uns.
Die sogenannten sozialen Medien haben da natürlich keinen Einfluss, oder?

Wie sich das im Alltag zeigt

Wenn ich mit Frauen arbeite, die in dieser Falle sitzen, klingt es selten dramatisch. Es klingt vernünftig. Das ist das Tückische daran.

  • Du schiebst auf, statt anzufangen. Manche Menschen gehen in die Aufschieberitis und wagen sich nicht mehr an neue Aufgaben. Das sieht von außen aus wie Faulheit. Von innen ist es das Gegenteil: die Angst, es nicht perfekt zu können. Und wer nicht anfängt, kann nicht scheitern.
  • Du hakst ab, statt dich zu freuen. Viele Perfektionisten können sich noch nicht einmal über einen Erfolg freuen. Kaum ist ein Ziel erreicht, geht es schon weiter. Am Horizont erscheint sofort die nächste Aufgabe, in der du dich wieder beweisen musst.
  • Die Ziellinie verschiebt sich. Du kommst endlich durch die stressige Phase, und dein Gehirn findet die nächste. Du erreichst das, von dem du dachtest, es würde dich endlich ankommen lassen, und ein paar Tage später sagt dein Kopf: „Okay, und was kommt jetzt?“
  • In der Regel ist dieses Ziel auch noch herausfordernder. Die Messlatte ist wieder um einige Zentimeter nach oben gehängt.

Der Psychologe E. Tory Higgins hat dafür ein Modell beschrieben, das ich sehr hilfreich finde. Wir tragen mehrere Versionen von uns im Kopf herum.

Da ist das tatsächliche Selbst: wer wir glauben zu sein.

Das ideale Selbst: wer wir gern wären.

Und das Soll-Selbst: wer wir glauben, sein zu müssen, aufgrund von Erwartungen, Verpflichtungen, Familie, Kultur.

Der Schmerz entsteht in der Lücke zwischen diesen Selbsten. Und wer in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem Leistung, Verantwortung und Pflegeleichtsein gelobt wurden, bei dem wird das Soll-Selbst sehr laut.

Außerdem gibt es noch die Variante, die mir eine Teilnehmerin so präzise aufgeschrieben hat, dass ich sie fast wörtlich weitergebe:

„Mein Problem ist, dass ich hohe Ansprüche an mich selbst habe, die ich aber nicht erfüllen kann. Im Gegenteil: Durch die hohen Ansprüche setze ich öfters falsche Prioritäten, beziehungsweise es erscheint alles wichtig und soll alles perfekt werden. Weil es dann aber zu viel zu bedenken gibt und es zu Zeitdruck kommt, bin ich eher unkonzentriert und es unterlaufen mir öfters Leichtsinnsfehler, die mich als Perfektionistin den Kopf über mich selbst schütteln lassen.“

Lies das noch mal in Ruhe. Das ist ein geschlossener Kreis. Der Anspruch erzeugt den Druck, der Druck erzeugt die Fehler, die Fehler erzeugen die Selbstkritik. Und die Selbstkritik erhöht den Anspruch.
Da kommst du mit einer besseren Nein-Formulierung nicht raus.

Die erschöpfte Superheldin

Es gibt ein Bild, das in meiner Coaching-Arbeit mit dem „Internal Family System“ (IFS von Richard Schwartz) auftaucht, und ich habe selten erlebt, dass etwas so schnell ein Aha auslöst.

Außer den weitläufig bekannten inneren Antreibern wie der ‚Inneren Richterin‘ oder dem ‚Druckmacher‘ gibt es auch ‚die Superheldin‘: Zuverlässig. Belastbar. Immer im Einsatz. Unverletzbar und mit nicht endender Energie.

Was ich in den letzten Monaten von Frauen gehört habe, die diesen Anteil in sich erkennen konnten:

  • „Als Superheldin rette ich die Welt, aber nicht mich selbst.“
  • „Meine Superheldin ist schon ganz ausgemergelt.“
  • „Sie hatte nicht nur ein Kostüm, sondern verschiedene Outfits und musste sich vor jedem Auftrag noch extra umziehen. Turbostress.“
  • „Sie trägt gefühlt die Last der Welt auf ihren Schultern, ist erschöpft und mag lieber und endlich mal Ruhe haben.“

Eine Frau schrieb mir danach nur einen Satz: „Ich habe geheult und war total erleichtert.“

Und eine andere sagte in einer Kurs-Session etwas, das mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Ich habe gedacht, dieses Verhalten von der Superheldin, das wäre das Normale und ich müsste das so machen. Das ist jetzt zum ersten Mal, dass ich den Gedanken habe, dass das vielleicht gar nicht stimmt.“

In dem Moment hört das Ganze auf, ein Verhaltensproblem zu sein. Und wird erkannt als das, was es die ganze Zeit war: ein Selbstbild-Problem.

Du kämpfst nicht gegen einen vollen Kalender. Du kämpfst gegen eine Vorstellung davon, wer du bist.

Warum die üblichen Ratgeber bei dir nicht greifen

Jetzt meine Meinung zum Ganzen und ich weiß, dass sie unbequem ist.

Der Markt für „Nein sagen lernen“ ist riesig. Und er liefert fast ausschließlich eines: Formulierungen. Fünf Schritte. Zehn Sätze für schwierige Situationen. Skripte für das Gespräch mit dem Chef.

Das ist nicht falsch. Es ist nur für jemand anderen gemacht. (Wobei du sie vielleicht auch mal brauchen kannst).

Diese Ratgeber helfen einer Frau, die eigentlich weiß, was sie will, und nur die richtigen Worte sucht. Sie helfen nicht der Frau, für die ein Nein bedeutet, dass sie nicht mehr die ist, für die sie sich hält.

„Grenzen setzen ist so furchtbar anstrengend“, stöhnte Isabelle bei einem meiner Workshops. Und dann: „Ich kann es zwar … doch immer wieder, das habe ich satt.“

Sie kann es. Das ist der Punkt. Die Technik ist nicht das Problem.

Was passiert nämlich, wenn du dich anders verhältst? Die anderen sagen: „Du bist so anders.“ Und meinen damit: irgendwie falsch. Wenn du mal Nein sagst und auf einmal nicht mehr die Freundliche, Hilfsbereite, Empathische bist, dann wird es echt schwer für dich, Grenzen zu ziehen.
Wer bist du denn dann? Die Unhöfliche? Die Ruppige? Auf alle Fälle egoistisch?

Das ist ein gewaltiger Manipulations-Hebel. Denn wenn deine ganze Identität infrage gestellt wird, rutschst du blitzschnell ins Rechtfertigen. Obwohl es dein gutes Recht ist, dein Leben so zu gestalten, wie du es möchtest.
Solange du glaubst, dein Wert entscheide sich an dem, was du lieferst, wird jede Technik zur Fassade. Du sagst Nein und zahlst es innerlich in einer Währung zurück, die niemand sieht.

  • Mit Grübeln.
  • Mit Wiedergutmachung.
  • Mit dem nächsten Ja, das eigentlich ein Nein war.

Was sich verändern muss: die Identitätsebene

Ich sage in Coachings gern einen Satz, der die Leute zuerst irritiert:

Bitte schmeiß den Gedanken „Ich bin halt so“ auf den Sperrmüll.

Wenn du glaubst, du bist so, dann stimmt das in der Regel nicht. Denk mal bitte anders und sage: Ich verhalte mich so.

Das klingt nach Wortklauberei. Ist es nicht. „Ich bin so“ ist ein Urteil und endgültig.
„Ich verhalte mich so“ ist eine Beobachtung. Verhalten und alles, was ich mir angewöhnt habe, kann ich mir auch wieder abgewöhnen.

Jetzt stell dir bitte Folgendes vor: Ich hielte hier einen 100-Euro-Schein in der Hand. Ich knülle ihn zusammen. Ich werfe ihn in den Dreck, in eine Pfütze. Ich stampfe mit den Füßen darauf herum.

Würdest du sagen, dieser Hunderter hat seinen Wert verloren?

Nein. Da ist es uns völlig klar.

Dein Wert ist genauso wenig verhandelbar. Er war 100 (von 100 %). Er ist 100. Er bleibt 100. Ob du etwas in den Sand setzt oder den Nobelpreis gewinnst: Dein Wert ändert sich nicht.

Ich weiß, was jetzt kommt. Ich kenne den Einwand, weil ich ihn selbst jahrelang hatte: Das geht doch gar nicht. Hundert, das ist doch arrogant. Das ist anmaßend.

Ist es nicht. Anmaßend wäre, zu behaupten, du seist mehr wert als andere. Hier geht es nur darum, dass du nicht weniger bist. Und dass sich das nicht jeden Tag neu entscheidet.

Wenn diese eine gedankliche Einstellung wirklich integriert wird, nicht allein im Kopf, sondern eine echte Erkenntnis mit Herz und Hirn wird, dann verändert sich das Nein von allein.
Denn ein Nein kostet dann nichts mehr. Es ist keine Abrechnung mehr über deinen Wert. Es ist nur noch eine Information darüber, was gerade in dein Leben passt und was nicht.

Ich sage übrigens gerne, dass wir alle mWiAs sind: menschliche Wesen in Ausbildung. Mit dieser inneren Haltung sind wir gegen die negativen Auswirkungen der Perfektionsfalle geschützt. Wir dürfen Enttäuschung und Frustration fühlen. Wir müssen uns dafür nur nicht bestrafen.

Erste Schritte aus der Perfektionsfalle

Ich halte sie bewusst klein. Nicht, weil ich dir wenig zutraue, sondern weil große Vorsätze bei Perfektionistinnen zuverlässig zu neuem Druck führen. Du kennst das.

1. Mach deinen Regel-TÜV. Welche Sätze steuern dich, die niemand je überprüft hat? Bei mir war es „Mach es richtig oder gar nicht“. Ich habe die Regel damals ersetzt durch: „Ich mache es mit ganzem Herzen und ganzem Hirn.“

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Mit dieser Formulierung liegt die Bewertungshoheit wieder bei mir. Ich entscheide, wann gut „gut genug“ ist. Ich lege meinen eigenen Maßstab an.

Und ja, es kann gut sein, dass auch meine neue Regel irgendwann nicht mehr trägt. Dann kommt sie wieder auf den Prüfstand.

2. Entscheide dich an genau einer Stelle für „gut genug“. Nicht überall. An einer Stelle. Such dir einen kleinen, unbedeutenden Bereich aus: die Mail, die nicht dreimal gelesen wird. Der Kuchen, der gekauft ist, statt selbstgebacken. Die Präsentation, die bei Version zwei bleibt.

Dann feiere das: ausdrücklich. Perfektionistinnen haben es sich abgewöhnt zu feiern, deshalb steht das hier als eigener Punkt.

3. Trenne Verhalten von Identität. Wenn das nächste Mal jemand sagt: „Du bist so anders geworden“, übersetze es innerlich. Mein Verhalten ist anders geworden. Ich bin dieselbe. Du kannst freundlich Nein sagen. Du kannst deine Hilfe an Bedingungen knüpfen. Ohne dass du dadurch ein Unmensch wirst.

4. Erwarte die Unruhe und deute sie richtig. Das ist der Punkt, an dem die meisten aufgeben. Wenn du anfängst, Grenzen zu setzen, wird es sich zuerst falscher anfühlen, nicht besser. Da meldet sich das alte Selbstbild.

Eine Tasse mit Tee steht neben einem Blatt und einem Kugelschreiber. Auf dem Blatt steht: „I am a recovering perfectionist.“

Diese Unruhe ist kein Beweis, dass du etwas falsch machst. Sie ist der Beweis, dass sich etwas bewegt.

Der Weg aus der Perfektionsfalle ist ein Weg. Deshalb sage ich inzwischen über mich selbst:

„Ich bin eine genesen(d)e Perfektionistin.“

Sozusagen Work in Progress.

Häufige Fragen

Ist Perfektionismus nicht auch etwas Gutes?

Der Anspruch, gute Arbeit zu machen, ist wunderbar. Und er ist nicht dasselbe wie Perfektionismus. Das Streben nach Qualität ist einfach das Streben nach Qualität. Perfektionismus beginnt dort, wo dein Wert am Ergebnis hängt. Die Forschung sieht das ähnlich: Hohe Standards hängen eher nicht mit Burnout zusammen, die Sorge um Fehler und Bewertung dafür deutlich. Du darfst also anspruchsvoll bleiben. Du darfst nur aufhören, dich selbst mitzubewerten.

Woran erkenne ich, ob ich Perfektionistin bin oder einfach hohe Ansprüche habe?

An deiner Reaktion auf Kritik und auf Fehler. Wenn eine misslungene Aufgabe für dich eine misslungene Aufgabe ist, hast du hohe Ansprüche. Wenn eine misslungene Aufgabe bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt, sitzt du in der Perfektionsfalle.
Ein zweiter Hinweis: Kannst du dich über Erfolge freuen? Oder hakst du sie ab und schaust sofort auf das Nächste?

Warum fällt mir Nein sagen im Job leichter als in der Familie – oder umgekehrt?

Weil dein Selbstbild nicht in allen Rollen gleich stark an Leistung hängt. Ich hatte eine Teilnehmerin, Fachkraft in einer Klinik, die ihrem Chefarzt nichts entgegenzusetzen hatte. Aber eine Grenze hielt sie unerschütterlich: „Ich gehe um 15 Uhr meine Kinder abholen.“ Für die Kinder konnte sie Nein sagen. Für sich selbst nicht. Schau dir an, für wen du Grenzen halten kannst. Da liegt oft der Schlüssel.

Kann man Perfektionismus überhaupt ablegen?

Ablegen ist das falsche Wort, und ich möchte dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Ich nenne mich seit Jahren genesende Perfektionistin, und das ist bewusst gewählt. Das Muster verschwindet nicht. Es verliert seine Macht. Es meldet sich noch, aber es entscheidet nicht mehr.

Hängt Perfektionismus wirklich mit Burnout zusammen?

Ja, und der Zusammenhang ist gut untersucht. Entscheidend ist, welche Seite des Perfektionismus gemeint ist: nicht die hohen Standards, sondern die Sorgen um Fehler und Bewertung hängen eng mit Erschöpfung zusammen. Der Ehrlichkeit halber: Die Forschung zeigt Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung-Kette. Aber die Richtung ist deutlich, und sie deckt sich mit dem, was ich in meiner Praxis sehe.

Was mache ich, wenn mein Umfeld auf meine Grenzen sauer reagiert?

Damit ist zu rechnen, und es ist kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Menschen haben sich an eine Version von dir gewöhnt. Hilfreich finde ich die Herkunft des Wortes Enttäuschung: Da wird jemandem eine Täuschung weggenommen, der Vorhang wird weggezogen. In diesem Fall die Täuschung, dass man mit dir alles machen kann. Und noch etwas: Du bist nicht dafür verantwortlich, wenn jemand enttäuscht ist. Das ist ihre oder seine Baustelle.

Wenn du an der Wurzel ansetzen willst

Wenn du bis hierher gelesen hast, kennst du das Muster wahrscheinlich von innen. Und du weißt auch: Ein Blogartikel verändert kein Selbstbild, das über Jahrzehnte gebaut wurde.

Genau dafür habe ich meinen Selbstlernkurs „Nein sagen – ohne Schuldgefühle!“ entwickelt. Er ist keine Sammlung von Formulierungen. Es geht um die Ebene darunter: um deine inneren Antreiber, um dein Nervensystem und um das Selbstbild, das dein Nein bisher so teuer gemacht hat. Du arbeitest in deinem Tempo, in deinem Alltag.

→ Hier findest du alle Informationen zum Kurs

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Selbstkritik: Wenn der innere Kritiker wieder die Peitsche schwingt

„Wie blöd kann man sein“: Nicht Selbstkritik, sondern Gewalttätigkeit!

Ärgerst du dich manchmal über dich selbst, weil …

  • … du zu laut, zu schüchtern, zu aufdringlich, ungelenk oder einfach peinlich warst?
  • … du etwas nicht erledigt hast?
  • … du es nicht schnell oder nicht gut genug hinbekommen hast, also versagt hast?

Das, liebe Leserin und lieber Leser, das ist kein Ärger!

Dieses Übermaß an Selbstkritik, dieses Wüten gegen dich selbst, ist schlichtweg: Gewalttätigkeit!

Selbst wenn wir niemals die Hand gegen einen anderen heben würden: Wir finden nichts dabei, dass wir uns voller Selbstkritik selbst fertig machen, in den Senkel stellen, abkanzeln. Wir glauben sogar, dass wir jemanden brauchen, der uns in den Hintern tritt, damit wir endlich in die Pötte kommen.

Viele Menschen kritisieren sich ständig selbst, putzen sich herunter und merken gar nicht, wie viel Gewalt sie sich damit antun.

Glaub mir, ich war Meisterin im Fach Selbstkritik und hatte eine nette kleine Auswahl an verbalen Peitschen, mit denen ich mich selbst geißelte, wenn …

  • ich z. B. gegen irgendwelche Regeln verstieß;
  • nicht der Norm entsprach;
  • Erwartungen und Anforderungen verfehlte, die häufig gar nicht explizit gestellt worden waren;
  • ideale Ergebnisse nicht erreichte.

Was das bringt? Gar nichts. Wir werden durch abwertende Selbstkritik nicht besser oder motivierter, sondern wir schaden uns!

Zu viel Selbstkritik? Der alles-oder-nichts-Maßstab ist nicht zu erreichen!

Der Grund für unsere ausgeprägte Selbstkritik ist in der Regel unser hoher Anspruch an uns selbst: Wir legen einen alles-oder-nichts-Maßstab an uns an, der unmöglich zu erreichen ist. Einen Perfektionismus-Anspruch. Den Wunsch, es allen recht zu machen.

Einen Maßstab, der zudem aufgeladen ist mit moralischen (häufig unausgesprochenen) Vorstellungen der Gruppe(n), zu der wir gehören.

In uns läuft ein innerer Dialog ab, der aber nicht nach Lösungen sucht. Stattdessen ist er eine Wiederholung von Aussagen von Eltern, Lehrern, Ausbildern und anderen Personen aus unsere Kindheit, die vom negativen Menschenbild des faulen – oder dummen, ungelenken, etc. – Kindes ausgingen.

Dieses Kind musste mit Ermahnung und viel Kritik gebessert werden. Da wurde zu oft kein Unterschied zwischen dem Kind („Du bist in Ordnung“) und dessen Verhalten („Das ist nicht in Ordnung“) gemacht.

Die meisten von uns haben das Urteil von damals angenommen: Wir sind fehlerhaft und nicht viel wert, haben wir gelernt.

Daraus ist eine permanente Selbstgeißelungs-Attacke geworden. Voller Selbstkritik blöken die Stimmen der Vergangenheit ihre abwertenden Kommentare hinaus. Immer noch.

Was übrigens echt verrückt ist: Viele Menschen sind der festen Überzeugung: „Ohne diese inneren Antreiber würde ich nichts gebacken bekommen?“

Aber ist das tatsächlich so? Wie motiviert reagierst du, wenn dir jemand von oben herab erklärt: „Wie blöd muss man denn sein, um das nicht hinzubekommen? Los, mach schon, bring deinen faulen A … in Schwung“?

Eben. Null Motivation. Zu Recht würdest du dich über diese Ansprache massiv ärgern, wenn sie von anderen kommt.

Aber wenn sie von dir selbst kommst, nimmst du sie an?

Schluss mit Selbstkritik: Bringe den strengen Über-Kritiker zum Schweigen

Berechtigter Ärger ist eine normale, gesunde Reaktion auf schlechte Behandlung oder Ungerechtigkeiten. Wir reagieren mit Wut, wenn wir etwas aufgebürdet bekommen, was unerträglich ist oder wenn jemandem etwas (Lebens-)Wichtiges vorenthalten wird. Die hohe Energie des Ärgers hilft uns dann, die unfaire Situation zu korrigieren.

Zu viel Selbstkritik hingegen ist, wie du oben gelesen hast, Gewalttätigkeit gegen dich selbst. Dir ist beim Lesen vielleicht klar geworden, wie sehr du dir damit schadest.

Wenn du deinen strengen inneren Kritiker zur Ruhe zu bringen und netter zu dir sein willst, habe ich eine einfache 6-Schritte-Strategie für dich:

  • Schritt 1: Personifiziere den inneren Kritiker. Wie groß wäre denn dieser Sprecher, der dich so klein macht?
    Die meisten Menschen haben das Gefühl, dass dieser Sprecher mindestens 50 cm größer ist als sie selbst. Daran können wir erkennen, dass dieser innere Spieler sich früh in unserem Leben herausgebildet hat. Wir waren ein kleines Kind, und jeder Erwachsene überragte uns.
  • Schritt 2: Zieh dem inneren Kritiker nun eine Richterrobe oder das Kostüm einer strengen Gouvernante an.
  • Schritt 3: Schaue als nächstes auf die Sprunggelenke deines inneren Kritikers. Wenn du ganz genau hinsiehst – und das machst du jetzt! – siehst du dort das Luftmatratzenventil?
  • Schritt 4: Lass diesem nörgelnden, herumhackenden Kritiker jetzt die Luft ab: Pfffffffffhhh macht es.
  • Schritt 5: Wenn der innere Kritiker so klein geworden ist wie eine Handpuppe und daher mit einer Mickymaus Stimme spricht, dann bedanke dich für den Kommentar und schick ihn zum Kaffeetrinken (wähle alternativ jedes Getränk, das du magst).
  • Schritt 6 (optional und nur bei Bedarf): Leider können wir unseren Kritiker nicht völlig aus unserem inneren Team rausschmeißen, denn natürlich hat er auch seine Existenzberechtigung.
    Sollte er jedoch schon viele Jahre ungehindert permanent seinen Senf dazu gegeben haben, dann reduzieren die Redezeit auf tägliche 10 Minuten.

Keine Angst: Du wirst schon nicht größenwahnsinnig, wenn du dir nicht dauernd einen auf den Deckel gibst. Aber dein Selbstbewusstsein kann sich endlich erholen. Und du wirst wieder fähig, nicht nur das zu sehen, was du nicht gut machst – sondern auch das, was du draufhast!

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Oder schau dir folgendes Angebot an:

„Jetzt komm ich auch mal dran!“ Gestalte dein Leben selbst

Ich stehe an der Startlinie und spüre förmlich die Kraft meines vibrierenden Fahrzeugmotors. Alles ist in (an)gespannter Erwartung. Rechts und links von mir höre ich die aufheulenden Motorengeräusche meiner Kontrahenten. Vor mir liegen drei Runden auf einer unübersichtlichen Strecke:

Der REGENBOGENBOULEVARD –
Gefahr lauert hinter jeder Kurve und Schnelligkeit zählt zwar, kann dich aber in den Abgrund katapultieren.

Ich schaue mich um. Mit meinen Kontrahenten ist definitiv nicht zu spaßen. Keiner wird Mitgefühl haben; jeder wird mit allen Mitteln versuchen zu gewinnen. Meine Gegner sind ein Gorilla, eine Prinzessin, zwei italienische Brüder und ein Dinosaurier…

Na, wie sieht es aus, hast du es erkannt? Ich habe dir „Mario Kart“ beschrieben. Vielleicht hast du das schon selbst gespielt oder jemand in deinem Umfeld ist Fan davon. Ich erleide fast einen Herzinfarkt, wenn meine Kinder mich überreden können mitzuspielen – was denen natürlich ein Riesenvergnügen macht, wenn ich quiekend, japsend und zappelnd versuche mitzuhalten. Da ich zur Schonung meines armen Herzens zu wenig übe, lande ich natürlich regelmäßig auf dem letzten Platz… wenn ich es überhaupt zur Ziellinie schaffe.

So ein Computerspiel eignet sich für meine Zwecke hervorragend als Metapher für unser tägliches

Spiel des Lebens

Zu Spielbeginn sucht sich jeder eine Figur als Fahrer aus und stellt sich anschließend sein Fahrzeug zusammen – welches ist die geeignete Karosserie, welche Reifen haben die besten Fahreigenschaften. Was hilft mir, die anderen auszustechen, um als Erste die Ziellinie zu passieren.

Alles ist erlaubt für den eigenen Triumph: z. B. fiese Bananenschalen, um die nachfolgenden Fahrer von der Strecke rutschen zu lassen.

Jede von uns wählt jeden Morgen beim Aufstehen aufs Neue ihre Herausforderung – wenn auch nicht immer freiwillig ausgesucht. Dabei haben viele von uns nicht den Luxus, das beste Fahrzeug und die neuesten Reifen zu haben. Die „Mitspieler“ sind bestimmt auch nicht immer freundlich und zuvorkommend. Und hoffentlich sind wir im Alltag nettere Zeitgenossen als hier auf der virtuellen Rennstrecke.

Im Alltag begegnen uns viele Zeitgenossen, die uns an die Charaktere des Spiels erinnern. Die ewig genervte Prinzessin, der Gorilla, der sich Brust-trommelnd beweisen muss und straßenschlaue italienische Brüder kennt wahrscheinlich jeder 😉.

Solche realen „Mitspieler“ sind meist wenig reflektiert; sie projizieren ihre eigenen Defizite auf ihr Umfeld. Sie triggern uns leicht, weil wir ja auch „perfekt unperfekt“ sind – Anschuldigungen, Ärger, Groll, Magenschmerzen und Beleidigtsein sind die Folgen im Spiel des Lebens.

Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Oder hast du schon jemanden vor deinem inneren Auge? Die zeternde Chefin? Den faulen Kollegen, der sich versucht mit deinen Lorbeeren zu schmücken? Die ewigen Besprechungen; Themen, die sich im Kreis drehen und sich nicht vorwärtsbewegen?

Grrr!!!

Und da ist noch die Rennstrecke mit all ihren Tücken. Selbst wenn wir denken, dass an diesem wunderbaren sonnigen Tag nichts schiefgehen kann, finden wir uns vielleicht kurze Zeit später im Regenschauer wieder, die Straße steht unter Wasser und der großartige Plan, einfach durchzufahren, endet im Liegenbleiben in der leider viel zu tiefen Pfütze.
So hast du dir das nicht vorgestellt, oder?

Aber, Shit happens…

Immer wieder und immer im unpassenden Moment.
Sich jetzt daran zu erinnern, dass alle Situationen im Leben auch Möglichkeiten für menschliche Entwicklung bieten: im besten Fall schwierig, meist übernehmen die Emotionen das Steuer und wir agieren in einer eher suboptimalen Version von uns.

Was glaubst du, was nun hilfreich wäre? Was ist „der Schlüssel“, um in Alltagssituationen, die du nicht beeinflussen kannst, gelassen und souverän zu bleiben?

Ich kann dir gleich einen ganzen „Schlüsselbund“ anbieten, der die Türe zu meiner Coaching-Werkstatt LEBEN aufschließt und dir eine ganz neue Welt eröffnet. Fangen wir doch beim Grundlegendsten an: Mit Atmen. Mach am besten gleich mit und speichere dir dieses Video ab. Es wirkt wie ein Turbo, um den Stress runterzufahren und den Kampf- und Fluchtmodus zu unterbrechen: 1-3 Minuten Tipp bei Stress

Was hängt da noch am „Schlüsselbund“? Im Coaching erhältst du Ideen, Impulse, Unterstützung, vielerlei Werkzeuge und Hilfen für deinen vollgepackten Alltag.

Vielleicht hast du schon lange den Wunsch, etwas in deinem Leben zu verändern?

Schaffe Tatsachen, indem du

  • deine Bedürfnisse, Wünsche und Träume wahr- und ernst nimmst
  • dich nicht selbst durch Zweifel ausbremst und vom Kurs abbringen lässt
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen anwendest, wenn mal wieder alles zu viel ist
  • nicht mehr alles für Andere tust, sondern häufiger „Nein“ sagst
  • auch bei Gegenwind bei dir bleibst und die eigenen Ziele verfolgst
  • deinen Wert nicht mehr vom Wohlwollen anderer abhängig machst

Lebe die beste Version deines Lebens!

Schieb es nicht länger auf, dich um dich und deine Bedürfnisse zu kümmern. Die Goldkörnchen in der Sanduhr deines Lebens rieseln und scheren sich nicht darum, ob dein Leben die Qualität hat, die du dir wünschst.

Darum musst du dich schon selbst kümmern. 😉

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Das Geheimnis einer langen Ehe: So geht’s

Neulich wurde ich gefragt: „Wie haben du und dein Mann es geschafft, so lange – und anscheinend auch glücklich – zusammen zu bleiben?“ Eine spannende Frage! Meine Antwort darauf findest du in diesem Blogbeitrag. Samt 3 Tipps dazu, wie du selbst eine lange und glückliche Beziehung führen kannst! 

Tipp 1 für eine lange und glückliche Beziehung: Liebe zum Partner / zur Partnerin!

Abgesehen davon, dass mein Mann und ich viel zusammen lachen und es nicht langweilig wird: Wir lieben uns! Mein Mann ist immer noch DER Partner für mich.

Lieben ist etwas anderes als „gernhaben“ (was in einer Beziehung natürlich auch nicht schadet). Lieben ist ein Verb, ein Tun-Wort. Das heißt, zu lieben ist eine aktive Tätigkeit. In einer glücklichen Beziehung geht es in erster Linie darum, zu lieben. Und nicht darum, geliebt zu werden.

Lieben bedeutet, den anderen so sein zu lassen, wie er oder sie ist. Nicht zu versuchen den anderen zu ändern; nicht mit Kritik und Predigt zu erziehen, sodass er oder sie endlich (zu mir) passt.

Das heißt nicht, dass mich das Verhalten meines Mannes immer mit Glückseligkeit erfüllt. Ab und an regt er mich auf; so wie ich ihn. Dann würde ich ihn gerne schütteln, oder ihm mal eins mit der Bratpfanne überziehen. Welche Fantasien er in solchen Situationen über mich hat, darüber denke ich jetzt mal lieber nicht nach.

Doch jetzt kommt das Geheimnis: Auch wenn ich mich manchmal über ihn aufrege, kann ich ihn so stehen lassen, wie er ist. Und das zählt.

Deshalb lautet mein erster Tipp für eine lange und glückliche Partnerschaft: Lass den Partner oder die Partnerin so sein, wie er oder sie ist!

Tipp 2 für eine lange und glückliche Beziehung: Liebe zu dir selbst!

Der Grund dafür, warum ich meinen Mann so stehen lassen, wie er ist, ist folgender: Ich kann auch mich so sein lassen kann, wie ich bin. Weil ich mich annehmen kann, mit allen meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Weil ich nämlich irgendwann aufgehört habe, mich ständig selbst zu kritisieren und runterzuputzen.

Früher war ich Weltklasse darin, mich selbst zu kritisieren. Ich habe – wie die meisten Menschen, die ich kenne – traumatische Erinnerungen und Verletzungen aus meiner Kindheit mitgebracht. Ich habe an Vorbildern gelernt, die geschimpft haben, aggressiv gestritten haben, kritisiert haben. Die von oben herab gepredigt haben. Die weitere Verhaltensweisen an den Tag gelegt haben, die Menschen nutzen, wenn sie nur noch im Überlebensmodus sind.

Daraus haben sich meine Überlebensmuster entwickelt: Zum einen mein Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Zum anderen mein Perfektionismus, der Versuch alles richtig zu machen. Samt dem damit gekoppelten gnadenlosen Kritisieren, wenn ich einen Fehler gemacht oder etwas nicht geschafft habe.

Zum Glück habe ich entdeckt, dass ich mich aus diesen Mustern heraus entwickeln kann. Das habe ich allerdings nicht allein hinbekommen, sondern mit Hilfe einer kinesiologisch arbeitenden Coach. Diese Unterstützung hat es gebraucht, weil wir im eigenen Mindset, unserem unbewussten Selbstbild oder Weltbild, betriebsblind sind und die eigenen Sabotagemuster nicht sehen. Diese blinden Flecken können nur von anderen im Außen erkannt werden.

Im Laufe meiner kinesiologischen Sitzungen und mithilfe meiner verstehenden und annehmenden Coach habe ich nach und nach meine einschränkenden Muster losgelassen.

Ich wurde immer freier – und konnte wählen, wie ich mich in Situationen verhalten wollte, statt einfach zu reagieren.

Irgendwann passierte das Wunder. Ich liebte mich. Mit allen meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten.

Was du tun kannst, um dich selbst lieben zu lernen – und warum das für Paare und gute Beziehungen so wichtig ist

Wenn du aufhörst, dich zu kritisieren, wenn DU DICH annimmst, so wie du bist, dann kannst du auch andere annehmen in ihrem Ringen ums Überleben und ihren Versuchen, ihr Leben irgendwie gebacken zu bekommen.

Leider trauen sich viele Menschen nicht, um Hilfe zu bitten. Aus Angst davor, was sie beim Eintauchen in ihre Persönlichkeit entdecken könnten, wagen sie es nicht, die eigenen limitierenden Muster anzuschauen und aufzulösen. Dadurch verpassen sie die Gelegenheit, ihre persönlichen Altlasten zu entsorgen.

Ich kann dich beruhigen: Diese Angst musst du nicht haben! Wir werden immer ein verletztes Kind in uns entdecken, das irgendwie versucht hat, dieses Leben zu meistern. Und dabei fast immer nur defizitäre Vorbilder hatte, von denen er oder sie lernen konnte.

Ein guter Psychologe oder eine gute Coach werden in deinen Glaubenssätzen und Verhaltensmustern nichts anderes sehen als deinen Versuch zu überleben. Sowie deinen Mut, das Leben mit all seinen Herausforderungen jeden Tag aufs Neue anzugehen.

Lass mich dir noch etwas verraten: Auch für mich war es damals überhaupt nicht einfach, mir Hilfe zu holen. Mein Überlebensmuster sah vor, dass ich alles richtig machen musste und total kompetent zu sein hatte. Jemandem Fragen zu meiner Situation zu stellen, geschweige denn jemanden um Hilfe zu bitten, das war für mich unvorstellbar.

Damals hat es mir sehr geholfen, dass es in einer meiner kinesiologischen Fortbildungen um körperliche (!!!) Traumata ging. Solche körperlichen Probleme hatte ich durch eine angeborene Hüftfehlstellung und einen schweren Autounfall, für den ich keine Schuld trug.

Mir war klar: Für diese körperlichen Probleme konnte ich ja nichts; die waren keine in mir angelegte Schwäche. Deshalb konnte ich es mir erlauben, für meine körperlichen Beschwerden Unterstützung zu holen.

In kinesiologischen Sitzungen geht es allerdings schnell ans Eingemachte. Ich habe bald gemerkt, dass mein Leben dadurch leichter wurde. Nicht nur in körperlicher Hinsicht, sondern auch im Alltag, bei meinem Mindset und meinen Verhaltensmustern. Ich blieb dran. Ich war mir wichtig genug, um Geld und Zeit in die Hand zu nehmen, um mich und meine Lebensqualität zu verändern.

Ich habe mich geändert – und mein Mann sich daraufhin ebenfalls!

Dass ich mich geändert und entwickelt habe, hat sich auch auf die Beziehung zu meinem Mann ausgewirkt. Wie schon gesagt: Ich habe nie versucht meinen Mann zu ändern. Jemanden zu verändern, das funktioniert nicht.

„Der einzige Ort im Universum, den wir wirklich ändern können, sind wir selbst.“ Aldous Huxley

Eines Tages passierte jedoch etwas Bemerkenswertes. Wir saßen mit einem befreundeten Ehepaar im Biergarten. Mein Mann redete mit dem Freund, und ich unterhielt mich mit seiner Frau. Dabei hörte ich meinen Mann sagen: „Seit ich mit Carmen zusammen bin, hat sich mein Streitverhalten so verändert.“

In dem Moment war ich erst einmal platt und verstaute die Info sorgsam. Er hatte sich von sich aus geändert – ohne, dass ich ihn dazu aufgefordert hatte oder versucht hatte, ihn zu ändern!

Nimm dir also mit: Wenn du in einer Beziehung etwas ändern willst: dann ändere dich. Und lerne, dich selbst anzunehmen und zu lieben!

Tipp 3 für eine glückliche Beziehung & Partnerschaft: Die 5:1 Formel

Hier kommt mein einen dritten Tipp dafür, was du für eine lange und glückliche Beziehung tun kannst. Und zwar: Sende mehr positive Botschaften!

Ich muss etwas ausholen: Wir Menschen erinnern uns an negative Ereignisse besser als an positive. Unser Gehirn ist nämlich ein Überlebensprofi: Negative Erlebnisse warn(t)en uns vor Gefahren und bleiben deshalb länger hängen. Unsere Vorfahren konnten nur überleben, wenn sie sich an Gefahrensituationen erinnern und entsprechend reagieren konnten.

In Beziehungen kann uns das zum Verhängnis werden: Verletzende Worte bleiben wie Giftpfeile haften, sobald sie unseren Mund verlassen. Lob hingegen verpufft oft.

Allerdings kannst du etwas tun, um in Beziehungen ein Gleichgewicht zwischen negativen und positiven Erfahrungen herzustellen. Und das ist die 5:1 Formel: Um eine negative Interaktion wettzumachen, brauchst du 5 positive:

  • Du hat einmal Kritik ausgeübt? Lobe 5 Mal!
  • Du hast den Partner oder die Partnerin einmal zurückgewiesen? Gleiche das durch 5 aktive Gesten der Zuneigung aus.

Die 5:1-Formel kannst du zum Beispiel so umsetzen:

Wenn du deinen Schatz mal anpampst, warten lässt oder verletzt, gleichst du diese Verletzung mit 5 positiven Interaktionen wieder aus. Etwa so: Erst den Arm streicheln, dann ein Kompliment machen, einen Kuss geben, dich für etwas Konkretes bedanken und beim Essen aufmerksam zuhören, statt mit dem Handy rumzuspielen.

Damit hast du dem Partner oder der Partnterin 5 positive Signale geschickt, die die Verletzung ausgleichen.

Und ja, das hilft tatsächlich! Die 5:1-Formel wurde von Beziehungsforscher John Gottman entwickelt und wissenschaftlich belegt durch Studien zu Stressreaktionen und Beziehungsverhalten.

So kannst du in deiner Beziehung die 5:1-Formel trainieren

Nimm deinen Partner oder deine Partnerin – und auch andere Menschen in deinem Umfeld! – nicht für selbstverständlich. Sobald du anfängst, diese Menschen als „gesichert“ zu betrachten, wirst du leichter achtlos im Umgang.

Arbeite deshalb aktiv daran, in deiner Beziehung, Partnerschaft oder Ehe die 5:1-Formel anzuwenden:

  • Wenn du Kritik an jemandem üben willst, dann erinnere dich zuerst an 5 gute Dinge. Erst dann kommst du zu den Punkten, die du ansprechen möchtest. 
    Vielleicht vergeht dir sogar die Lust am Streiten, wenn dir bewusst wird, wie viel Positives dir zu der Person einfällt!
  • Spannung rausnehmen: Wenn du ein Problem ansprechen möchtest, dann schaffe eine entspannte Atmosphäre und reduziere so die Spannung.
  • Keine Vorwürfe, kein Hinterhalt: Sprich über Probleme, ohne dem Partner Vorwürfe zu machen und ihn oder sie verbal in einen Hinterhalt zu führen oder anzugreifen.
  • Trainiere Dankbarkeit: Schreibe täglich auf, wofür du deinem Partner oder deiner Partnerin dankbar bist. Das stärkt eure Verbindung und macht Positivität leichter.
  • Trainiere deine Wahrnehmung: Positivität ist Übungssache. Bleibe dran! Regelmäßiges Wahrnehmen von guten Momenten verbessert nicht nur die Beziehung, sondern auch dein eigenes Wohlbefinden.

Erinnere dich immer wieder daran: Unser Gehirn blendet Alltägliches aus. Deshalb braucht es bewusste Anstrengung, um Dankbarkeit und Wertschätzung zu zeigen!

Die 5:1-Formel ist mehr als eine Streitregel. Sie ist ein Weg zu mehr Optimismus und Vertrauen in deiner Beziehung. Zeit und Aufmerksamkeit gehören zu den wertvollsten Dingen, die du schenken kannst.

Mehr Selbstliebe: Die 5:1-Formel funktioniert auch in der Beziehung zu dir selbst!

Die 5:1-Formel funktioniert nicht nur in einer Beziehung, Partnerschaft oder Ehe, sondern auch in deiner Beziehung zu dir selbst. Auch hier kannst du Selbstkritik durch positive Gedanken ausgleichen: Für jedes Mal, bei dem du dich selbst kritisierst, lobe dich bewusst 5 Mal.

Damit meine ich beispielsweise ein echtes Lob für:

  • Etwas worauf du stolz bist.
  • Etwas, das du gut gemacht hast.
  • Etwas du gemacht hast, obwohl du überhaupt keine Lust dazu hattest. Das ist definitiv ein Lob wert!

Falls dir das schwer fällt, dann führe ein Lobtagebuch:

  • Schreibe jeden Tag mindestens drei Dinge/Situationen auf, auf die du stolz bist oder die dich zufrieden machen.
  • Schreibe diese Dinge oder Situationen so auf, dass du den Stolz oder die Zufriedenheit körperlich und emotional beim Aufschreiben spürst.

Ein Lobtagebuch kann in dunklen Zeiten wie ein Medikament wirken: Es aktiviert gute Gefühle und Optimismus, wenn du dich in der Zukunft in aller Ausführlichkeit an diese positiven Situationen erinnerst. Du reduziert damit Stresshormone, und dein Gehirn beginnt Endorphine auszuschütten. Diese wirken manchmal wie Schmerzmittel oder Stimmungssaufheller.

Nimm nichts mehr für selbstverständlich hin; auch dich nicht und deine Taten!

Noch mehr Tipps für eine glückliche Beziehung 

Lesetipps: Diese Bücher kann ich empfehlen, um eine lebendige und glückliche Partnerschaft zu führen:

John Gottman und Julie Schwartz Gottman:

  • „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe: »Ein hervorragender Ratgeber für eine emotional intelligente Ehe.“
  • „8 Gespräche, die jedes Paar führen sollte, …: … damit die Liebe lebendig bleibt“

Coaching und Therapie: Lerne, dich selbst anzunehmen und zu lieben

Manchmal reicht reines Wissen nicht aus, um ein lebenslang erlerntes Verhalten zu verändern. Da ist es in der Regel abkürzend, wenn du mit professioneller Hilfe hinter die Ursachen blickst und neue Reaktionsmöglichkeiten findest und ausprobierst.

Zusätzlich zu meinem Einzelcoaching-Angebot habe ich auch verschiedene Gruppen-Angebote:

  • Beim Selfcare Saturday nimmst du dir eine Auszeit, um dich um dich selbst zu kümmern. Ein Tag Selbstfürsorge statt: „Ich muss mich um die Kinder / den pflegebedürftigen Vater / ums Vorkochen / die Wäscheberge / die Geschirrstapel / … / kümmern“,
  • Wenn du Befürchtungen hast, in ein Burnout zu geraten, dann ist das Coaching-Retreat in Andalusien das Richtige für dich.

Mein Fazit: Eine glückliche Beziehung zu führen kannst du lernen!

Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung besteht ifür mich aus drei Teilen: Der Liebe zum Partnerin oder dem Partner; der Liebe zu dir selbst; und einem bewussten Ausgleichen einer negativen Interaktion durch 5 positive Interaktionen. 

Den Partner kannst du nicht ändern. Aber du kannst lernen, ihn oder sie anzunehmen – und vor allem, dich selbst anzunehmen und zu lieben!

Ich hoffe, diese Tipps haben dir weitergeholfen. Und falls du auf deinem Weg, dich selbst anzunehmen und zu lieben, Unterstützung vom Coach brauchst, dann melde dich gerne. Du kannst das lernen!

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Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Eine Meerbucht unter blauem Himmel

5 vermeintliche Gründe gegen ein Coaching Retreat – und warum sie nicht zählen

Immer mal wieder liebäugelst du damit, ein mehrtägiges Coaching Retreat zu machen?
Und so das Wichtige mit dem Schönen zu verbinden und in einer neuen Umgebung an dir und deinen Themen zu arbeiten?

Doch irgendetwas findest du immer, das dagegenspricht und dich am Ende doch nicht buchen und lieber zu Hause bleiben lässt: das viele Geld, die wertvolle Zeit … du kennst die Argumente. Schau dir einmal 5 typische Gründe, die gegen ein Coaching Retreat sprechen, aus einer anderen Perspektive an. Vielleicht ändert sich dein Blickwinkel dadurch. Und wenn nicht, kannst du ja einfach weiter zu Hause bleiben. 😉

Inhaltsverzeichnis: 5 vermeintliche Gründe gegen ein Coaching Retreat

1. Grund: Du sparst Geld.

2. Grund: Du sparst Zeit.

3. Grund: Du lernst nichts Neues.

4. Grund: Du tust deinem Körper und Geist nichts Gutes.

5. Grund: Du sparst Nerven.

Ein Coaching Retreat: schlechte Idee oder große Chance?

5 vermeintliche Gründe gegen ein Coaching Retreat

1. Grund: Du sparst Geld.

Ein Urlaub kostet immer: Unterkunft, Flug, Verpflegung. Und bei einem Coaching Retreat kommt dann noch das Coaching selbst hinzu. Das wird richtig teuer.

Für das Geld kannst du dir lieber eine Sauna einbauen lassen, jeden Tag im Sommer essen gehen oder sparen. Deine Nachkommen sollen schließlich auch etwas davon haben, dass du dein ganzes Leben lang schuften musstest. 😉

Probier diese Perspektive aus: 

Klar, ein Coaching Retreat kostet Geld. Versuch, es nicht als Verlust zu sehen, sondern als Geschenk, das du dir selbst machst. Es ist eine Investition in dich und deine Lebensqualität – denn Ziel ist, dass sich diese durch ein Coaching Retreat verbessert.

Einmal weit weg vom Alltagstrott über sich und das eigene Leben nachzudenken, ist ein Luxus, den sich jeder Mensch gönnen sollte. Doch leider tun es die wenigsten, obwohl es ihnen finanziell möglich ist und sie es sehr gut gebrauchen könnten.

 2. Grund: Du sparst Zeit.

Für einen Urlaub gehen meistens mehrere Tage drauf. Mit einem Coaching verbunden schnell eine ganze Woche!

Das bedeutet, dass du viel Zeit verlierst, die du für andere wichtige Dinge nutzen könntest: die geliebte Steuererklärung erledigen, das Überstundenkonto weiter füllen oder – ach! – im Kleiderschrank endlich mal wieder Ordnung schaffen.

Teste mal diese Sichtweise: 

Ja, so eine Coaching-Woche setzt dich ganze 7 Tage außer Alltagsgefecht. Und das ist gut so! Denn erst so hast du eine Chance, wirklich ans Eingemachte zu gehen und dich nicht nur oberflächlich mit deinen Themen und Fragen auseinanderzusetzen. Du brauchst Zeit, um erstmal zur Ruhe zu kommen und dann Stück für Stück in dein Innerstes zu schauen.

Fakt ist auch: Deine Psyche hat es leichter, alte Muster abzulegen und neue Erkenntnisse zu verinnerlichen, wenn du mehrere Tage dranbleibst.

3. Grund: Du hast keine Lust, dich weiterzuentwickeln. 

Coaching Retreats versprechen oft, dass du dich persönlich weiterentwickelst, deine Ziele erreichst und dein Leben verändern kannst. Wozu denn das?! Schließlich bist du schon ein paar Jährchen auf dieser Welt, bringst einiges an Lebens- und Berufserfahrung mit und die Dinge, die du tust, haben schon deine Eltern und Großeltern so gemacht.

Und sowieso: Für Veränderung bist du eh schon zu alt.

Schau dir diese Perspektive an:

Aus Erfahrung weiß ich: Es ist nie zu spät, dein Leben in dein Kunstwerk zu verwandeln, anstatt nur im Überlebensmodus zu funktionieren. In einer Coaching-Woche entdeckst du neue Seiten an dir selbst, erweiterst deine Komfortzone und fängst an, das Hamsterrad und die Glaubenssätze infrage zu stellen, die dir nicht guttun und dich nicht weiterbringen.

Du nimmst dir Zeit für dich selbst und deine Bedürfnisse. Das nennt man auch Selbstliebe und ist für ein erfülltes Leben extrem wertvoll.

4. Grund: Du siehst nicht ein, warum du deinem Körper und Geist ein einwöchiges Coaching antun solltest.

So eine ganze Woche Coaching – das klingt langweilig! Du lernst dabei nichts Neues. Die anderen Teilnehmer findest du furchtbar und hast weder Austausch noch Spaß. Und überhaupt: Du kannst doch nicht tagelang am Pool herumbummeln oder ein wohltuendes Sportprogramm durchziehen. Und so eine All-Inklusive-Versorgung, die dir zu jeder Zeit einen leckeren Cappuccino oder Cocktail ermöglicht, ist doch wirklich übertrieben.

Hier ist eine neue Sichtweise für dich:

Du hast Spaß an einer spannenden Reise zu dir selbst und merkst, wie gut es dir tut, einmal Zeit und Ruhe zu haben, um ganz bei dir anzukommen.

Du genießt die wunderschöne Umgebung und das leckere Essen und kannst fernab vom Alltagstrott neue Energie tanken. Gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse in der Gruppe, aber auch dein individuelles Coaching machen diese Zeit spannend und abwechslungsreich. Du lernst Menschen kennen, die ähnliche Ziele und Herausforderungen haben wie du. Vielleicht entstehen daraus auch tiefe Freundschaften.

5. Grund: Du sparst Nerven.

Du musst Flüge buchen, den Koffer packen, eine Urlaubslektüre auswählen und die Sonnencreme suchen. Du sollst dich mit dir selbst beschäftigen, womöglich deine Grenzen überschreiten und neuen Herausforderungen stellen.

Das alles klingt verdammt anstrengend! Wäre es da nicht einfacher, alles beim Alten zu lassen?!

Nimm mal diese Perspektive ein:

Ich verspreche dir: von so einem Coaching Retreat kommst du mit einem Lächeln im Gesicht und einem Koffer voller Inspiration zurück.

Langfristig sparst du dadurch sogar Nerven, denn du gewinnst neue Lösungen und Perspektiven für deine beruflichen und privaten Themen. Vielleicht triffst du auch Entscheidungen, die schon lange überfällig waren und sich jetzt wie ein Befreiungsschlag anfühlen.

Da es bei der persönlichen Weiterentwicklung auch mal ruckelig zugeht, hast du eine erfahrene Coaching-Leitung an deiner Seite, die dich rund um die Uhr unterstützt. Du bist also nicht allein!

Ein Coaching Retreat: schlechte Idee oder große Chance?

Vermeintlich gute Gründe, um dich nicht mit schwierigen – vielleicht sogar schmerzlichen – Fragen und Themen auseinanderzusetzen, finden wir Menschen immer schnell. Dabei „hilft“ uns unser Gehirn ziemlich gut, denn es hat es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist.

Heißt: So ein Coaching Retreat ist eine ganz schlechte Idee. Du bleibst lieber zu Hause und lebst dein Leben so, wie du es schon seit eh und je machst. Basta!

Oder du wagst den Schritt, eine neue Perspektive einzunehmen und siehst das Potenzial, das ein Coaching Retreat bietet. Es ist eine wunderbare Chance, dein Leben so zu gestalten, dass es (wieder) dir entspricht!

Wenn es dich jetzt in den Fingern kribbelt und du dich mehr damit beschäftigen möchtest, schau dir gerne mein nächstes Coaching-Retreat in Spanien an.

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Coaching-Reise: Alles, was du wissen musst, plus 5 Vorteile für dich

Verfehle nicht länger dein Lebensziel!

Vor kurzem habe ich ein Fachbuch gelesen, das schon lange auf meinem Bücherstapel lag „Schattenarbeit“ von Debbie Ford. Gleich in der Einleitung stolperte ich über: „Die größte Sünde ist vielleicht das ungelebte Leben.“

Wie?

Sünde? In meiner christlichen Familien-Sozialisation und ganz allgemein im Deutschen ist Sünde ein Hammerwort. Sofort anklagend, augenblicklich erschlagend. 😟

Doch wenn wir uns die Herkunft des Wortes „Sünde“ anschauen, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Das Wort kommt vom Englischen ‚sin‘ und ist ein Begriff aus dem Bogenschießen.
Er bedeutet: am Ziel vorbeischießen, das Ziel nicht treffen. „Sin“ wiederum lässt sich zurückverfolgen ins Griechische und Lateinische und bedeutet dort: Stolpern, einen Fehltritt tun, oder Straucheln, Zögern.

Im Leben stolpern oder einen Fehltritt tun

Klingt menschlicher, oder? Wobei Fehlermachen ist in unserer Kultur auch negativ behaftet.
Warum mich das so beschäftigt?

Die Menschen, die ich bei meinen Workshops und Vorträgen rund um Gesundheit und miteinander arbeiten treffe, versuchen angestrengt die Erwartungen der Arbeitswelt und ihres Umfeldes zu erfüllen. Sie erleben sich dadurch gehetzt und getrieben.

Doch, wer gibt den Takt vor?

Sitzt da wirklich jemand mit der großen Pauke wie bei Asterix auf den Galeeren, der einen immer schneller werdenden Takt schlägt?
Der Berliner Philosoph Byung Chul Han schrieb schon 2010, dass wir keine Sklaventreiber mehr brauchen, da wir uns zu Selbstausbeutern entwickelt haben.

Hmm, wenn wir diese Entwicklung angenommen haben, dann könnten wir – ich bleibe hier mal im Konjunktiv – das doch auch wieder ändern … Oder?

Aber:

  • das geht doch niemals…
  • die Welt ist doch so…
  • wenn ich das alleine versuche, dann …

Ja, was dann? Drohen Arbeitslosigkeit oder die Verdammnis der Ausgestoßenen? Oder welche Katastrophenszenarien entwirft Ihr Verstand?
Genauer gesagt spreche ich hier von den Persönlichkeitsanteilen, die wir zum Beispiel den inneren Kritiker und die Antreiber nennen. Diese setzen uns unter Druck, indem sie

  • Horrorszenarien aufzeigen (ein beliebtes Thema: „Dann werde ich unter der Brücke landen“ 😱),
  • uns mit Regeln zu zwingen versuchen („Erst die Arbeit, dann‘s Vergnügen“ oder „Mach‘s richtig oder gar nicht!“😲)
  • und dann sofort das unglückliche Bild des Losers und der Versagerin ausmalen. 😥

Mit diesen Selbstsabotage-Gedanken halten wir uns im Hamsterrad des stetigen Tuns.

Pausen sind völlig überschätzt und schlafen können wir, wenn wir tot sind …

Hä?
Das trifft übrigens auch Menschen, die ihr Arbeitsleben beendet haben. Bei vielen spricht man vom Un-Ruhezustand.

Doch lass mich noch einmal zur Sünde des ungelebten Lebens zurückkehren. In meinen Workshops frage ich inzwischen häufig: „Lebst du, um zu arbeiten? Oder arbeitest du, um zu leben?“

Kennst und lebst du diesen Unterschied?

Was macht die Qualität Ihres Lebens aus?

Wirst du am Ende deines Lebens zurückschauen mit einem zufriedenen Gefühl?
Dem Bewusstsein, das Beste aus deinem Leben gemacht zu haben? Und das bedeutet immer:

  • 🎯 sich entwickelt zu haben, gewachsen zu sein
  • 🎯 einen Sinn im Leben gefunden zu haben
  • 🎯 und fast immer der Welt etwas zurückgegeben zu haben

Hast du dein Ziel getroffen? 🎯

Viele Menschen ab der Lebensmitte blicken auf ihr Leben und haken innerlich Kästchen ab:

  • ✅ Partnerschaft
  • ✅ Familie
  • ✅ Eigentum
  • ✅ Karriere
  • ✅ Sonstiges

Nicht alles wird davon als Erfolg bewertet, doch zumindest versucht hat man es.

Dazu ein Zitatfund vom weisen Wilhelm Busch – er hat nicht nur Max und Moritz erschaffen 😉:

„Frühling, Sommer und dahinter gleich der Herbst und bald der Winter – ach, verehrteste Mamsell, mit dem Leben geht es schnell.“    

Lass es nicht verfliegen – und kümmere dich gut um dich und deine Bedürfnisse!