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Autor: Carmen Reuter

7 Tipps, um weniger zu schimpfen und zu meckern

Wie ich immer wieder mitbekomme, bin ich nicht die Einzige, die mit Nörgeln zu kämpfen hat. Egal, ob ich die bin, die schimpft oder ob mich jemand anmotzt: Es ist und bleibt unerfreulich und für alle unbekömmlich und belastet auf Dauer jede Beziehung.

Warum können wir Meckern nur schwer lassen, auch wenn wir wissen, dass es lediglich schadet?
Weil wir es so kennen? Weil auch wir so erzogen wurden? Weil uns im Stress nur diese unglückliche Notstrategie zur Verfügung steht?

Der Automatismus

Zum einen, weil unser Gehirn permanent abcheckt, ob irgendetwas in unserer Umgebung/Leben potenziell gefährlich ist. Diese Gefahr wird sofort ins Spotlight unserer Aufmerksamkeit gerückt. Dann sehen wir wie unterm Vergrößerungsglas alles, was nicht in Ordnung ist, nicht erledigt wurde und deshalb fehlt. Grrr…

Mit dem Fachwort heißt das „Objekt-Erkennungs-Fähigkeit“. Sie gehört zu den vier Systemen unserer Persönlichkeit, mit denen wir das Leben meistern. Statt dieses fachlichen Begriffs nutze ich lieber den Ausdruck „Fehlerzoom“. Diese Beschreibung (stammt von Maja Storch) charakterisiert trefflich die Eigenschaften: wir sehen wie unter der Lupe alles, was irgendwie fehlerhaft – und damit gefährlich – ist. Es nimmt dadurch unseren gesamten Blick ein und wir können das Gute, Erledigte usw. nicht sehen.

Der Fehlerzoom warnt uns also…

Wir reagieren darauf…

Meistens in unerfreulicher Weise 🙄

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als ich meinen Sohn morgens für die Schule weckte. Egal, wie sehr ich es mir auch vorgenommen hatte, ihn freundlich und liebevoll zu wecken. Sobald ich sein Zimmer betrat, sah ich nur noch (wahlweise):

  • die auf einem Haufen liegenden feuchten Handtücher,
  • die schon lange fehlenden Tupper-Schüsseln mit verschimmelten Inhalten
  • achtlos hingeschmissene Schulbücher und Hefte
  • und ähnliches

Im Sekundenbruchteil verwandelte ich mich von der liebevollen Mutter in einen keifenden Drachen. Kein schöner Tagesbeginn für mein armes Kind.

Du verstehst, warum es mir ein Anliegen wurde, Strategien gegen fruchtloses Gemotze zu finden.
Allerdings – auch wenn niemand eine Mecker-Atmosphäre mag – die große Frage bleibt:

Wie bekomme ich meine Lieblinge – auch die erwachsenen – dazu, ihre Aufgaben zu erledigen ohne ständiges Nölen? Wie kann ich Ärger abprallen lassen?

Hier einige Strategien, die mir schon geholfen haben:

1. Bestehe nicht darauf, dass die Aufgabe in deinem Zeit-Verständnis getan wird.

Statt zu sagen: „Du räumst diese Kartons noch heute in den Keller!“, versuch es doch mit: „Wann planst du das mit den Kartons zu erledigen?“

Wenn möglich, erkläre, warum etwas zu einer bestimmten Zeit erledigt sein sollte:

„Schaffst du es, die Kartons aus dem Gästezimmer zu räumen, bevor deine Familie am Wochenende zu Besuch kommt?“ Das erspart es, den Partner/die Partnerin zu kritisieren.

2. Verteile Aufgaben anhand der persönlichen Prioritäten

Schon als Kind liebte ich blanke Waschbecken und glänzende Wasserhähne. Daher machte mir die Aufgabe, das Bad zu putzen, weitaus mehr Spaß als alle anderen Hausarbeiten, die in der Familie verteilt wurden. Noch heute ist es die Aufgabe, die ich vorrangig übernehme.

Meinen Mann stört hingegen eine unaufgeräumte Küche, weshalb er sie öfter in Ordnung bringt, wo sie für mich noch total in Ordnung aussieht. 😊

3. Gib dich mit Teilsiegen zufrieden

Vielleicht stellt dein Kind/dein Schatz die Teller nicht in die Geschirrspülmaschine. Aber sie aus dem Kinder-/Wohnzimmer bis zur Spüle zu tragen, ist schon eine große Verbesserung.

4. Kein Genörgle von der Seitenlinie

Wenn dein Partner die Kinder angezogen bekommt: Kritisier nicht das Outfit. Wenn du etwas in deiner Art getan haben willst, dann tu es selbst.

5. Werde dir deiner Verzerrungen bewusst

Wir alle glauben – hin und wieder – besser als der Durchschnitt zu sein. Dieser „Above Average-Effekt“ führt dazu, dass wir unsere Arbeitsleistung überschätzen und die der anderen als zu gering einstufen. Tja, und dann haben wir doch genügend Gründe, um zu motzen, wenn wir die Einzigen sind, die hier was schaffen…

6. Denk darüber nach, wie Geld dir vielleicht ein wenig Zufriedenheit kaufen kann

Finde zum Beispiel einen Teenager, der dir den Rasen mäht. Oder eine Putzhilfe, die einmal wöchentlich vorbeischaut. Könntest du vielleicht ab und an abends einen Lieferservice ordern, statt erschöpft (und schimpfend) nach eines langen Tages Arbeit noch selbst zu kochen?

Ich weiß, Geld ist zurzeit häufig knapp. Aber Konflikte in Beziehungen zu verhindern, trägt enorm zur Lebensqualität bei. Aufhören zu meckern ist ein riesiger Schub für mehr Zufriedenheit und Glück in Beziehungen!

7. Am hilfreichsten: Mach es selbst!

Doch wäge gut dabei ab. Wenn du dich irgendwann wie ein Trottel fühlst, weil du ALLES machst, dann war und ist es zu viel des Guten.

Wenn dir etwas jedoch sehr wichtig ist, dann ist dir wahrscheinlich auch die Art und Weise, wie es getan wird, sehr wichtig. Dann ran an den Speck.

Übrigens verbessert das Aufhören-mit-dem-Meckern auch deine Beziehung zu dir selbst.

Wir bemerken oft gar nicht, wie häufig wir uns selbst beschimpfen und was das dann mit unserer Laune macht. Negative Gefühle wie zum Beispiel schlechte Laune aktivieren unvermeidlich den Fehlerzoom in unserem Gehirn!

Da du nun weißt, dass du dann nur noch Fehler (das Fehlende und das Negative) sehen kannst, verstehst du jetzt, warum wir in Folge nicht mehr so leicht aus dem Schimpfen und Nörgeln hinauskommen.

Statt dich also weiter über dich selbst zu ärgern – oder über die anderen – könntest du Folgendes tun:

Versetz dich immer wieder in gute Laune, das holt dich aus dem Fehlerzoom heraus.
Bevor du also ins Zimmer deines unordentlichen Kindes gehst, lächle und erinnere dich, was du an deinem Kind schätzt und liebst. Und kleiner Extratipp: Konzentrier dich, wie goldig dein schlafendes Kind aussieht, statt den Zustand des Kinderzimmers wahrzunehmen.😉

Negative Glaubenssätze auflösen, Symbolbild: Unglückliches Smiley und fröhliches Smiley

Negative Glaubenssätze auflösen: Wie du limitierende Glaubenssätze erkennst & bearbeitest

Habt du manchmal das Gefühl, dass du dich selbst blockierst? Ja? Dann sind vielleicht limitierende und negative Glaubenssätze der Grund dafür, dass du nicht das Leben lebst, das du dir wünschst. In diesem Blogartikel erfährst du mehr darüber, wie uns Glaubenssätze beeinflussen – und wie wir negative Glaubenssätze auflösen können.

Was sind Glaubenssätze überhaupt?

Ich beginne mit einem Zitat: „Ventilatoren sind auch nur Hubschrauber, die ihren Lebenstraum aufgegeben haben und nun im Büro arbeiten.“

Vermutlich sind Ventilatoren im Sommer mithin die beliebtesten „Kollegen“ im überhitzten Büro. Allerdings haben sie dafür ihre Träume aufgegeben. Ventilatoren sind zwar beliebt, leben aber ein Leben, das nicht das ihre ist. 

Was dieses Zitat mit negativen Glaubenssätzen zu tun hat?

Nun, der Ventilator hat seinen Lebenstraum aufgegeben, das Leben als Hubschrauber. Vielleicht dachte er, er ist zu klein dafür. Oder zu schwach. Vielleicht dachte er auch, dass ein Leben im Büro weniger stressig ist ein Leben draußen am Himmel, mit ganz viel Abstand zum sicheren Boden. 

Und weil ihm diese Gedanken Angst machten, machte er das, wofür er glaube, gut genug zu sein: Den Job als Ventilator im Büro. Sicher zwar, aber nicht erfüllend. Er hatte sich von seinen negativen Glaubenssätzen blockieren lassen. 

Schauen wir uns also an, was Glaubenssätze sind, was sie mit uns machen, und wie wir negative Glaubenssätze auflösen können!

Das Rosenthal-Experiment: Wie sich unsere eigenen Erwartungen auswirken können

Ich bringe nun Herrn Robert Rosenthal ins Spiel, einen Psychologen, und den nach ihm benannten Rosenthal-Effekt; auch  Pygmalion-Effekt* genannt.

Legen wir los – und reisen wir rund 60 Jahre in die Vergangenheit:

Wir schreiben das Jahr 1963 und befinden uns in einem Labor. In einem Laborexperiment wurden zwölf Studenten jeweils fünf Laborratten eines gleichen Stammes gegeben:

  • Der einen Hälfte der Studenten teilte man mit, dass ihre Ratten so gezüchtet worden waren, dass sie einen Irrgarten besonders schnell durchlaufen konnten.
  • Der anderen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass ihre Ratten auf besondere Dummheit hin gezüchtet worden waren.

Das Ergebnis des Experiments: Die Ratten stammten, wie gesagt, alle vom gleichen genetischen Stamm. Trotzdem zeigten sich Unterschiede: Diejenigen Ratten, die laut Information der Versuchsleiter – Robert Rosenthal und sein Kollege – den Irrgarten schnell durchlaufen konnten, erbrachten deutlich bessere Leistungen als die Ratten, die angeblich auf Dummheit gezüchtet waren.

Rosenthal und sein Kollege erklärten sich diese Unterschiede so, dass die Projektionen der studentischen Versuchsleiter unbewusst die Leistung der Ratten beeinflusst hätten. Die Tatsache, dass sie ihre Ratten entweder für besonders intelligent oder für besonders dumm gehalten hatten, hatte Einfluss darauf, wie gut die Ratten durch den Irrgarten kamen.

Es ging noch weiter. Im Jahr 1968 führte Robert Rosenthal zusammen mit Lenore Jacobson ein weiteres Experiment durch. Sie gaben Lehrer*innen an einer amerikanischen Grundschule falsche Informationen über die Intelligenz ihrer Schüler.

Wiederum zeigte sich, dass die Information, die die Lehrpersonen über die Intelligenz der Schüler*innen erhielten, Auswirkungen auf die Leistung der Schüler*innen hatte. Diejenigen Schüler*innen, die als besonders begabt bezeichnet wurden, erbrachten bessere Leistungen als die anderen.

Was das Rosenthal-Experiment für uns Menschen bedeutet

Dieses psychologische Experiment zeigt, dass die Erwartungen, die wir an andere Menschen haben, deren Leistung und Verhalten beeinflussen können. Das heißt, wenn wir jemandem positive oder negative Eigenschaften zuschreiben, wird diese Person sich mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechend verhalten.

Das gilt auch für uns selbst: Wenn wir an uns glauben und uns hohe Ziele setzen, also positive Glaubenssätze haben, können wir mehr erreichen, als wenn wir uns selbst kleinreden oder zweifeln, und damit negative Glaubenssätze haben.

Oder, anders formuliert: Unsere Glaubenssätze wirken sich darauf aus, ob wir uns viel zutrauen und unser eigenes Leben leben – oder ob wir uns selbst einschränken und blockieren, uns wenig zutrauen.

Wie uns positive und negative Glaubenssätze beeinflussen

Ein Glaubenssatz kann also positive Folgen oder negative Folgen haben. Unsere innere Überzeugung kann uns motivieren oder hemmen, kann uns helfen oder schaden.

Deshalb ist es wichtig, dass wir hinterfragen, welche Erwartungen wir an uns selbst und an andere haben. Darüber hinaus müssen wir uns bewusst machen, wie uns diese Glaubenssätze in den verschiedenen Lebensbereichen beeinflussen.

Ich zeige das an einigen Beispielen. Dazu findest du meine Überlegungen, wie solche Glaubenssätze entstehen können und sich auswirken können.

Beispiele für motivierende, positive Glaubenssätze 

  • Glaubenssatz „Ich bin gut genug.“
    Du findest dich selbst und deine Fähigkeiten völlig in Ordnung und setzen dich nicht selbst unter Druck. Wenn der Kuchen für den Elternabend schief und krumm ist, ist es kein Drama. Weil du weißt, dass du trotzdem „gut genug“ bist.
    Vermutlich bist du in einem Umfeld aufgewachsen, in dem du vermittelt bekommen hast, dass es völlig ausreicht, wenn du „du selbst“ bist. Du musst keine übermäßig hohen Erwartungen erfüllen, um geliebt zu werden.
    Lesetipp: Im Blogartikel „Perfektionismus und Versagensangst“ liest du, wie dieser Glaubenssatz uns von Perfektionismus befreien kann.
  • Glaubenssatz „Ich kann das.“
    Du willst den Job wechseln, etwas Neues anfangen – und du machst es auch. Weil du mit einem guten Selbstwertgefühl und mit Selbstbewusstsein durchs Leben gehst und überzeugt bist, dass du es hinbekommst! 
    Wahrscheinlich bist du so aufgewachsen, dass du positives Feedback bekamst und unterstützt wurdest; von der Familie oder Lehrerpersonn zum Beispiel. Jetzt kannst du an dich und deine Fähigkeiten glauben.
  • Glaubenssatz „Auch als Fotografin / Keramiker / Sängerin kann ich finanziell erfolgreich sein.“
    Alle raten ab, und du traust dich trotzdem, einen „brotlosen“ Beruf zu ergreifen. Weil dieser Glaubenssatz dir Selbstvertrauen und Zuversicht gibt.

    Vielleicht hast du Vorbilder, die einen angeblich „nicht richtigen“ Beruf ausüben und darin erfolgreich sind? Großartig! 

Beispiele für limitierende, negative Glaubenssätze

  • Glaubenssatz „Ich bin schlecht in Mathe.“
    Wann auch immer du mit Zahlen zu tun hast, findest du die Bestätigung: Du bist mathematisch völlig unbegabt. Addieren, Multiplizieren, Prozentrechnung, das ist nichts für dich.
    Woher diese Überzeugung kommt? Vielleicht daher, dass deine Mutter dir als Kind immer gesagt hat, dass Mädchen einfach nicht gut sind in naturwissenschaftlichen Fächern?
  • Glaubenssatz „Jungs machen Männersachen.“
    Du wärst zwar lieber Erzieher als Ingenieur geworden, hast diesen Lebenstraum aber verworfen. Weil „Erzieher“ kein Beruf für einen Mann ist. 
    Hat dir vielleicht dein Vater erklärt, dass Jungs eben „Männersachen“ machen müssen? Dass sie später erfolgreich sein und Karriere machen müssen, viel Geld verdienen sollen? 
  • Glaubenssatz „Das ist kein richtiger Beruf.“
    Du wärst gerne Fotografin geworden, oder Sänger, Malerin, Tänzer. Stattdessen bist du Bankkauffrau. Denn mit so einer „brotlosen“ Kunst kann man weder sich selbst, geschweige denn seine Familie ernähren und sich erst recht kein Einfamilienhäuschen leisten.
    Wer hat gesagt, dass man als Fotografin kein Geld verdienen kann? Bist du in einer Familie aufgewachsen, in der berufliche Sicherheit wichtiger ist als berufliche Erfüllung?
  • Glaubenssatz „Ich bin ein ungeschickter Schussel“.
    Du bist ein echter Tollpatsch mit zwei linken Händen. Ständig fällt dir etwas runter; du stößt regelmäßig die Kaffeetasse um; und Regale zusammenzubauen ist definitiv nicht für dich. 
    Hat vielleicht deine Mutter den Tanten immer erzählt, wie ungeschickt und schusselig du bist? So oft, dass du es irgendwann selbst geglaubt hast – und dir auch heute noch täglich Dinge herunterfallen?

Bleiben wir beim Beispiel der Bankkauffrau, die lieber Fotografin geworden wäre. Sie ist heute Mitte 50, hat ihr Einfamilienhaus im Grünen, und ihre Familie ist auch nicht verhungert.

Überlege dir, wie es ihr geht, wenn sie auf ihr Leben zurückblickt. Glaubst du, dass es sie erfüllt, dass ihre Freunde ihren „guten Blick“ loben, wenn sie auf Familienfeiern Fotos macht?

Oder trauert sie um verpasste Chancen, hauptberuflich und mit ganzem Herzen Fotografin zu sein – weil sie sich vom negativen Glaubenssatz des Vaters von ihrem Lebenstraum hat abbringen lassen? Hätte ein positiver Glaubenssatz ihr Leben verändert? 

Negative Glaubenssätze auflösen: 3 wichtige Schritte

Ich bin fest davon überzeugt, dass es nie zu spät ist, die eigenen Glaubenssätze zu erkennen und zu bearbeiten – und endlich den Lebenstraum zu leben!

Die Schritte, um limitierende und negative Glaubenssätze auflösen zu können, sehen in der Regel so aus:

Schritt 1: Eigene Glaubenssätze erkennen

Zunächst geht es darum, die eigenen Glaubensmuster und Glaubenssätze zu erkennen.

Überlege dir: Welche Sätze hast du verinnerlicht? Welche inneren „Stimmen“ sind so laut, dass du sie immer noch glaubst?

Und dann frage dich: Sind das deine eigenen Stimmen, deine eigene innere Überzeugung? Oder ist das die Stimme deiner Mutter, deines Vaters, deiner Großeltern oder Lehrer?

Schritt 2: Ursachensuche – woher kommen deine negativen Glaubenssätze?

Nun machst du dich auf die Suche nach der Ursache. Woher kommt dieser limitierende Glaubenssatz, der dich einschränkt und blockiert? Aus der Familie? Aus der Schule? Aus der Gesellschaft?

Schritt 3: Negative Glaubenssätze auflösen

Wenn du dir das bewusst gemacht hast, woher deine Glaubenssätze kommen, kannst du die negativen Glaubenssätze auflösen – und neue Glaubenssätze entwickeln.

Deine negativen Glaubenssätze kannst du zum Beispiel durch Affirmationen oder mit Hilfe von Vision Boards bearbeiten. Oder mit anderen Methoden; da gibt es viele Möglichkeiten!

Wenn es dir gelingt, deine limitierenden und negativen Glaubenssätze aufzulösen, änderst du jedenfalls dein Mindset – und kannst endlich durchstarten und dein eigenes Leben leben! 

Und du – wie sieht es mit deinen Glaubenssätzen und Lebensträumen aus? 

Wo findest du dich wieder? Bei den positiven – oder bei den negativen Glaubenssätze? 

  • Bist du ein Hubschrauber geworden, der seinen Traum lebt?
  • Oder arbeitest du in einem Beruf, der nie dein Lebenstraum war? So wie der Ventilator aus dem Beispiel zu Beginn dieses Blogartikels sein Leben im Büro verbringt – statt in Freiheit, am Himmel?

Was hält dich zurück, genau jetzt dein volles Potenzial zu leben? Sind es vielleicht limitierende Glaubenssätze, die dich blockieren?

Wenn ja: Wäre es nicht wunderbar, wenn du diese inneren Erwartungen an dich selbst verändern könntest? Deine negativen Glaubenssätze auflösen könntest? Dir zum Beispiel bewusst wirst, dass du nicht „perfekt“ sein musst, sondern einfach – gut genug?

*Zum Abschluss schulde ich dir noch eine Erklärung: 
Woher der Begriff „Rosenthal-Effekt“ stammt, habe ich bereits geschildert. Zum zweiten Namen dieses psychologischen Effekts, „Pygmalion-Effekt“, möchte ich noch etwas sagen: Es gibt die griechische Sage von Pygmalion, einem Bildhauer, der sich in eine von ihm geschaffene Statue verliebte und sie durch seine Liebe zum Leben erweckte.

Auch hier hat die Erwartung, die er in die Statue hatte, etwas bewirkt. Okay, die Göttin Venus hat auch noch ein wenig nachgeholfen!

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Müssen wir unser Glück verdienen?

„Nicht das, was wir nicht imstande sind zu tun, hält uns zurück. Sondern die Angst, dass wir das Leben nicht verdienen, welches unser bestes, fähigstes Selbst erschaffen könnte.“

(Unbekannt)

Okay, ich räume ein: Der Satz holpert ein bisschen. Das liegt daran, dass ich ihn aus dem Englischen übersetzt habe (und ich hatte keinen Leistungskurs!).

Doch er bringt etwas zum Klingen in mir. Auch in dir?

Am Wochenende habe ich mit einer lieben Freundin telefoniert, die unglaublich viel Gutes in der Welt erschafft. Während wir sprachen, wirkte sie erschöpft. Als ich nachhakte, erzählte sie mir, was sie gerade persönlich umtreibt. Um es kurz zu machen: Ich war nach dem Gespräch ganz erschüttert, weil diese wunderbare, intelligente, liebevolle, zupackende Frau so geschickt darin ist …
sich selbst zu hindern, nach ihrem persönlichen Glück zu greifen. Als ob sie es selbst nicht glauben dürfe, es zu verdienen.

Verdienen? Dürfen?

Wie bitte?

Die verkorksten Gedankenmuster der Gesellschaft

Unsere Gesellschaft ist schon sehr verkorkst in ihren Gedankenmustern. Aufgrund unserer Sozialisation fällt es uns leichter, uns in Gedanken zu beschimpfen als uns selbst zu sagen „Ich liebe mich“.

Was muss ein Mensch tun, um zu verdienen, geliebt zu werden oder liebenswert zu sein?

(Die Antwort lautet natürlich: nichts!)

Das Dumme ist jedoch, wir glauben, die anderen – unser Umfeld – müssten uns die Erlaubnis geben, uns selbst lieben zu dürfen. Erst wenn dieses Umfeld uns Anerkennung, Wertschätzung oder sogar Liebe entgegenbringt, wäre die Vorbedingung für das Recht auf ein glückliches Leben gegeben. Dass das nicht klappt, sehen wir alle durch bei bewunderten oder gar geliebten Promis, die mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen kämpfen oder letztlich ihrem Leben ein Ende setzen.

Woran liegt es dann?

Wenn du innerlich nicht überzeugt bist, liebenswert zu sein, sabotierst du dich selbst. Du erlebst dann nicht „das Leben, das dein bestes Selbst erschaffen kann“. Sondern versuchst so zu funktionieren, wie die anderen dich haben wollen. Und das geht mit Sicherheit schief.

Der Pac-Man gegen selbstsabotierende Gedanken

Vor Jahrzehnten habe ich das kinesiologische Sabotage-Suchprogramm für diese Fälle kennengelernt. Es arbeitet wie ein kleiner Pac-Man, der durch das Labyrinth unseres Gehirns rennt und dabei sabotierende Gedanken mampft.

Dazu klopfst du dich sanft mit drei Fingern an der Handkante des kleinen Fingers, der Mittelfinger liegt auf dem Grundgelenk des Kleinfingers. Dazu sagst du (am besten laut, so dass es deine Ohren hören) folgenden Satz – ganz so, als ob du ihn (schon) glauben würdest:

„Ich liebe und akzeptiere mich von ganzem Herzen, mit allen meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Ich bin es wert, geliebt zu werden und ein glückliches, gesundes Leben zu führen.“

Den Satz und das begleitende Klopfen am besten fünfmal wiederholen; noch besser: jeweils fünfmal pro Hand. Und optimal wäre, mehr als einmal am Tag!

Nachdem ich dieses gedankliche Antivirenprogramm kennengelernt hatte, habe ich die Übung über mehrere Monate gemacht. Und nach und nach meine behindernden Gedanken verändert und damit auch meine Lebensqualität. Wir haben nämlich das Recht, ein glückliches und zufrieden machendes Leben zu führen!

Und das darf uns auch in den Schoß fallen.

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Weihnachtsstress vermeiden: Entscheide bewusst, wie Weihnachten für dich wird!

Stimmungsvolle Weihnachtszeit – oder Weihnachtsstress? Was wählst du?

Erinnerst du dich noch an die Aufregung und Vorfreuden der Vorweihnachtszeit deiner Kindheit? An erwartungsvolles Vor-dem-Adventskalender-Stehen, ans Plätzchen-Backen, ans beleuchtete-Tannenbäume -Zählen? Daran, sich einen Wettstreit mit dem Bruder liefern, wer mehr oder früher diese Vorzeichen der Festtage entdeckt… 😉?

Tja, und heute?

Irgendwie ist der Weihnachts-Zauber schon seit langem verflogen, und der Stresslevel zum Jahresende und vor allem die Deadline „Weihnachten“ nerven. Zeitdruck, Hektik und Ängste, dass man ja noch so viel schaffen muss, lösen steigende Gereiztheit aus. Und Menschen gehen schneller an die Decke.

Doch müssen Hektik und Weihnachtsstress sein?

Nein. Weihnachtsstress muss nicht sein. Wir Menschen besitzen die grandiose Fähigkeit, dass wir unsere Reaktion wählen können. Wir müssen uns nicht mit Ärger und Frust herumschlagen. Auch nicht zu Weihnachten!

Wie wäre es daher mit einer Prise Achtsamkeit, um den Duft und Geschmack von besinnlichen Weihnachten zu reaktivieren – statt den Weihnachtsstress zu verfluchen? Und nein, ich rede nicht davon, dass du dir Glühwein, Bratwurst und Zimtgebäck schmecken lässt. Sondern von tiefer, echter Achtsamkeit für dich und deine eigenen Bedürfnisse!

Die folgenden 3 Fragen helfen dir dabei herauszufinden, was DU für eine stimmungsvolle und schöne Weihnachtszeit brauchst – und wie du Weihnachtsstress vermeiden kannst.

Frage 1: Wie willst eigentlich DU die Vorweihnachtszeit und das Fest verbringen?

In vielen Familien gibt es rund um Weihnachten Knatsch, da diese Zeit mit Idealen und Erwartungen überfrachtet ist. Alle haben ganz bestimmte Vorstellungen davon, wie die Vorweihnachtszeit und das Fest ablaufen sollen; welche Traditionen und Ritualen man erwartet.

Zu Weihnachten soll es vielleicht eine stimmungsvolle Familienfeier sein, mit selbstgebackenen Plätzchen, Kerzenlicht & Weihnachtsbaum; mit genau den richtigen Geschenken; mit gutem Weihnachtsessen; mit schönen Gesprächen mit Familie und Freunden.

Nur: Bei diesen Erwartungen ist Stress vorprogrammiert. Weil sie oft viel zu hoch sind, vielleicht sogar unrealistisch. Trotzdem versucht man es, weil man es allen recht machen will. Kein Wunder, dass man sich abstrampelt und sich Weihnachtsstress breit macht!

Wesentliche Frage für weniger Weihnachtsstress: Wie willst DU die Adventszeit & das Fest verbringen?

Damit meine ich nicht das, was du „eigentlich“ vorstellst. Nicht das, was die anderen wollen. Nicht die familiären oder gesellschaftlichen Erwartungen an dich.

Sondern das, was du dir wirklich wünscht, damit du die Vorweihnachtszeit und das Fest genießen kannst. Das, was DU willst. So von ganzem Herzen!

Wenn du jetzt einen innerlichen Kommentar hörst in der Art: „Schön wär‘s ja … ABER das geht eben nicht …“, dann bedanke dich für deine innere Stimme.

Nimm dir bitte trotzdem ein paar Minuten Zeit, um zu überlegen:

  • Wann war die Advents- und Weihnachtszeit wirklich schön für dich?
  • Wie kannst du diese schöne Stimmung jetzt in dein Leben bringen?
  • Was waren für dich die Rezeptbestandteile, um dich an Advent und Weihnachten zu erfreuen? Überprüfe, was das ist. Denke nicht einfach nur an „Lichterglanz“ und „Tannenduft“ auf. 
    Sondern spüre: Macht dich sanftes Kerzenlicht froh? Liebst du den Geruch von Nadelbäumen? Was genau ist es, worüber du dich freuen kannst?
  • Überlege nun weiter, was unter diesen Dingen liegt. Was genau hat diese schöne, freudige Stimmung erzeugt? Was brauchst du für dein Inneres? Dein Seelenleben?
  • Jetzt überlege bewusst: Wie kannst du diese schöne Stimmung wieder aktivieren? Was brauchst du, damit du die Weihnachtszeit genießen kannst? Wie willst du deine Weihnachtstage erleben?

Also: Was willst DU WIRKLICH? Was brauchst du, um die Weihnachtszeit zu genießen?

Frage 2: Welche Wünsche an die Adventszeit und das Fest hast du heute?

Eine Lehre, die wir aus der Coronazeit mitnehmen können: Wir können Dinge anders tun, als es „sein muss“. Wir können es schaffen, auch mit Einschränkungen Schönes zu erleben.

Doch dafür brauchen wir ein wenig Zeit zum Reflektieren, zum Hinfühlen, Spüren, um die Frage beantworten zu können: Was brauche ich für eine schöne Weihnachtszeit, die mir Freude macht?

Prüfe bitte genau:

  • Sind es alte Ideale, Bilder und Erwartungen, die du herbeisehnst und die dir Freude machen?
    Feierst du nach Traditionen und Bräuchen, die sich im Lauf der Jahre entwickelt haben, und die nun beibehalten werden?
    Wenn ja: Genießt du diese Traditionen auch? Sind das deine Vorstellungen von einer schönen Weihnachtszeit?
  • Sind es deine eigenen Wünsche aus der Gegenwart, die in der Weihnachtszeit dein Herz erfüllen?
    Feierst du bewusst so, wie es dir guttut und Freude macht?

Wenn du das weißt, kannst du dir die nächste Frage stellen.

Frage 3: Was bist du bereit zu tun, um Weihnachtsstress zu vermeiden und die besinnliche Zeit zu genießen?

Mit Frage 1 und Frage 2 ist dir klar geworden, was du selbst brauchst, um die Weihnachtszeit und das Fest zu genießen.

Jetzt kommt der nächste Schritt: Überlege ganz konkret, wie du die besinnliche Zeit bewusst so zu gestalten kannst, dass du den Weihnachtsstress vermeiden und die schönste Zeit des Jahres genießen kannst!

Hier einige Ideen:

  • Vielleicht willst du dieses Jahr keine Plätzchen backen.
  • Oder im Gegenteil: Deine Freundinnen für eine wahre Plätzchen-Back-Orgie einladen!
  • Vielleicht möchtest du ein ernsthaftes Gespräch mit den Eltern und Schwiegereltern darüber führen, wie Weihnachten für alle schön werden kann.
  • Vielleicht versuchst du, die Interessen und Bedürfnisse aller herausfinden, und zu einer Win-Win- Lösung zu kommen, bei der es allen gut geht. Statt bei den faulen Kompromissen der Vergangenheit zu bleiben!

Der letzte Punkt ist der Königsweg zu einem Weihnachten ohne den üblichen Weihnachtstress. Wie das geht, erfährst du im nächsten Abschnitt!

Win-Win-Verhandlungen: Weniger Weihnachtsstress, mehr Weihnachtsstimmung!

Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Wenn es um Weihnachten geht, haben alle ganz bestimmte Vorstellungen. „Aber bei uns haben wir das schon immer so gemacht …“, sagt die eine Partei. „Wenn ihr den Heiligabend nicht bei uns verbringt, dann (bitte hier die übliche Erpressung einsetzen)“, sagt die andere Partei.

Wenn beide auf ihrer Position beharren, werden immer nur die üblichen faulen Kompromisse herauskommen. Eine Partei geht als Sieger hervor, und die anderen knirschen mit den Zähnen. Schlechte Voraussetzung für gesegnete Feiertage und ein entspanntes Fest!

Doch zu wenige Menschen machen sich klar, dass hinter diesen Wünschen und Positionen oft ganz etwas anderes steckt.

Vielleicht würden sie dann zum Beispiel erkennen, was hinter ihrem Wunsch nach einem Weihnachtsfest mit den erwachsenen Kindern steht: „Wenn die Kinder nicht zu uns kommen, dann sind wir nicht so wertvoll wie die Eltern des Partners“, denken sie sich vielleicht insgeheim.

Statt sich damit auseinanderzusetzen und das Thema zu besprechen, bleiben sie in einer Position stecken und beharren auf ihren Wünschen.

Und dann kämpfen sie:

  • mit Erpressung,
  • mit Drohungen,
  • mit Beleidigt-sein,
  • oder traurigem, frustriertem Schweigen

Die Lösung: Verhandlungen und Gespräche – für ein Weihnachten ohne Stress!

Orientieren wir uns doch an den besten Verhandlern der Welt: Als Erstes suchen sie das Interesse der beteiligten Parteien. Das, was die Parteien WIRKLICH wollen. Dabei ergibt sich ganz häufig eine Schnittmenge – die oft sogar überraschend groß ist.

Dieser Ansatz ist eine gute Strategie, um die Weihnachtszeit und das Weihnachtsfest bewusst zu gestalten: Setz dich mit Familie und vielleicht auch den Freunden zusammen. Und dann besprecht ihr gemeinsam, wie ihr die Weihnachtszeit wirklich verbringen wollt. Was ihr euch wünscht und herbeisehnst. Was ihr braucht, damit es euch gut geht!

Sucht dann nach einer Schnittmenge, die für euch alle passt. Wenn es um Weihnachten geht, ist sie vermutlich groß: Die meisten Menschen wollen Frieden, Freude, Lachen, Anerkennung, Gemeinschaft. Gute Stimmung und gute Laune.

Niemand plant bewusst, dass er Weihnachten als Stinkstiefel feiern möchte!

Nicht nur zu Weihnachten ein Thema: Wie will ich mein Leben leben und gestalten?

Ich selbst frage mich immer: Was bin ich bereit zu tun, um mein eigenes Leben bestmöglich zu leben? Das ist für mich eine der wichtigsten Fragen für meinen Alltag; nicht nur an Weihnachten. Denn sie macht mich zur Gestalterin meines Lebens.

Ich verrate dir, was ich IMMER will – täglich! Ich will lachen, lieben, und mich am Leben freuen. Dafür tue ich viel.

Wie ist es bei dir?

Ich wünsche dir befriedigende Antworten und eine gesegnete und entspannte Adventszeit. Mit Freude im Herzen und leuchtenden Augen. Und ohne Weihnachtsstress!

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Schweigen um des lieben Friedens willen? Bringt nichts als Frust und Ärger

Ärger. Ein tolles Gefühl!

Wie, glaubst du mir nicht? Der Anti-Ärger-Expertin?

Es ist tatsächlich die Wahrheit: Je länger ich auf meiner Forschungsreise rund um den Ärger unterwegs bin, desto mehr schätze ich diese Emotion.

Ein Beispiel? Gern. Ein guter Freund von uns saß – da Hochrisikopatient – über ein Jahr in freiwilliger Quarantäne. Allein, mit wenig Kontakten, obwohl er drei Kinder und eine Ex vorzuweisen hat.

Zwei der Kinder schneiden ihren Vater. Das dritte lebt verheiratet mit dem Enkelchen im Ausland und pflegt einen regelmäßigen Kontakt.

Traurig, oder? Oder vielleicht verdient?

Wie ich es sehe, nicht. Es gibt durchaus Familien, in denen der Kontaktabbruch ein gesundes Mittel zum Weiterleben ist. Doch hier? Unser Freund ist und war kein Familien-Tyrann, weder boshaft noch gemein.

Wenn „zu lieb sein“ das einzige Verbrechen ist

Das Verhalten der beiden erwachsenen Kinder, die mit ihrem Vater gebrochen und ihn aus ihrem Leben geschmissen haben, macht mich unglaublich zornig. Denn das einzige Verbrechen, dessen man den Vater beschuldigen kann:

  • er war zu lieb
  • zu nachgiebig
  • hat versucht, alle Wünsche zu erfüllen
  • und sich selbst im Laufe der Jahre immer weiter zurückgenommen.

Bis er im eigenen Haus – als sie noch zu viert zusammenlebten – nur noch einen Raum im Keller für sich nutzte.

Warum? Um des lieben Friedens willen.

Die schlimmste Angst wurde zur Realität

Familie und Gemeinschaft sind seine höchsten Werte. Um die Familienharmonie nicht zu gefährden, stellte er seine Bedürfnisse laufend zurück. Er sagte nicht Nein und wehrte sich auch nicht, wenn er angegriffen oder ihm etwas unterstellt wurde.

Das Ergebnis: Seine schlimmste Angst ist Realität geworden. Er ist allein.

Was geht respektlosem Verhalten voraus? Lieb zu sein, reicht nicht im zwischenmenschlichen Umgang. Freundlich zu sein erscheint weich(lich) und erzeugt keinen Respekt.

Spectare (lateinisch) bedeutet: betrachten, anschauen, ansehen und respectio: Rückschau, Einschätzung, Betrachtung. Wenn ich immer nachgebe, um einen Konflikt zu vermeiden, werde ich langsam aber sicher unsichtbar. Dann werde ich als nicht wichtig eingeschätzt.

Im Respekt steckt „re“, das bedeutet „wieder“. Wer also immer wieder über den Tisch gezogen, übergangen oder despektierlich behandelt wird, der könnte sich die Frage stellen:
Wo liegt mein Anteil daran? Wo geht es darum, dass ich wieder gesehen werde, wieder sichtbar werde?

Wut und Zorn geben Kraft zur Veränderung

Ernst genommen werden wir nur, wenn wir Rückgrat zeigen, auch einmal Nein sagen und „Stopp, bis hierher und nicht weiter!“ Damit zeige ich mich und kann gesehen werden.

Da hilft uns der Ärger, der uns darauf aufmerksam macht, dass hier etwas nicht stimmt für uns; da brauchen wir unsere Wut und unseren Zorn, die uns die Kraft geben, Veränderungen anzugehen und durchzuziehen. Das alles mit Augenmaß natürlich.

Schon die alten Griechen haben sich mit diesen hitzigen Gefühlen beschäftigt und dem Nutzen, den sie haben können. Eins meiner Lieblingszitate stammt von Aristoteles:

„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art – das ist schwer.“

Das trainieren wir leider nicht in der Schule. Was meinst du: Sollte der gute Umgang mit Ärger nicht zum Schulfach werden?

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Vodafone oder: Warum ich mal wieder mit Volldampf an die Decke ging

Neulich lief bei mir das Fass über.

Unser Fernseher streikte, also eigentlich war es der Festplattenrecorder, der nicht so wollte wie ich. Der vom Kabelanbieter… also jenes Gerät, das mich schon an dem Tag nervte, an dem wir es bekommen hatten. Ursprünglich war ich bei einem anderen Anbieter gewesen, der aber irgendwann geschluckt wurde – und auch dieser Firma blieb das Glück nicht hold. Nach wenigen Jahren wurde sie übernommen: von Vodafone.

Muss ich noch mehr sagen? (Vodafone-Kund*innen schütteln hier wahrscheinlich voller Empathie den Kopf.)

Die Hilfe, die ich benötigte, wollte ich mir nun bei der Hotline holen. Dort flog ich nach 17 Minuten raus. Grrr.

Also gut, zweiter Versuch – über die Website. Doch auch dort kam ich mit meinem Problem nicht weiter. So langsam brachte mich das auf die Palme. Kundenservice, ha, von wegen! Servicewüste Deutschland!!

Zu zweit schimpft und klagt es sich noch besser, oder?

Ich steigerte mich immer mehr rein, unablässig wie ein Rohrspatz schimpfend. Und rief dann meine Freundin an. Die hatte ähnliche Erfahrungen gemacht; wir grummelten und motzten nun also zweistimmig.
Beruhigung oder gar Ruhe brachte mir das nicht. Im Gegenteil, kaum war der Hörer aufgelegt, zeterte ich alleine weiter: „Mist-Gerät, Sch…Kundendienst!“
Ich konnte mich nicht beruhigen. Wollte mich nicht beruhigen! Das Rumpelstilzchen war nun mal voll in Fahrt. Ich fühlte mich hilflos ausgeliefert: „Zu denen wollte ich doch nie, jammer, schimpf … Mit mir kann man‘s ja machen…!“

In diesem Augenblick endlich kam ich schlagartig zu mir.

Endlich der Aha-Moment: Ich hatte mich wieder ärgern lassen.

Den Satz „Mit mir kann man‘s ja machen …“, den hatte ich doch gerade in meinem Blogartikel benutzt. Um anderen Menschen zu erklären, warum wir bei Ärger in die Luft gehen.

Super. Nun war ich selbst erneut in dieses Muster verfallen:

  • Ich hatte den ganzen Vorgang total negativ bewertet
  • hatte alles persönlich genommen
  • fühlte mich dadurch hilflos und ausgeliefert
  • und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, suchte ich mir eine Mit-Schimpferin, da es so wunderbar guttut, gemeinsam erlittenes Unrecht zu beklagen.

Ich hatte mich wieder ärgern lassen. Kein Wunder, dass ich oben auf meiner Palme herumtobte.

Kennst du das vielleicht auch von dir? Dass du dich riesig über schlechten Kundendienst ärgern kannst? Oder über schwierige Mitmenschen? Dass du dir mit so einer Dröhnung an Ärger vor allen Dingen selbst schadest, brauch ich dir wohl kaum zu sagen.

Mir haben meine eigenen Tipps dann tatsächlich geholfen, mich zu beruhigen. Ich musste mich nur daran erinnern 😉 Wenn du en detail und tiefgehend wissen willst, wie es geht, dann klick mal hier:

  • Sich nicht mehr von schwierigen Menschen ärgern lassen: So geht’s

In dem Artikel findest du gleich mehrere Strategien, um aus dem vertrackten Ärger wieder herauszukommen.

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