TRÜFFELKISTE

Nicht länger am Ärger hängen bleiben und was Sie stattdessen tun können

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Der vergrabene Knochen oder: Warum man besser keine Dauerbaustellen einrichtet

Vor einigen Tagen habe ich etwas Interessantes bei mir selbst beobachtet. Mein Friseurtermin war zwei Tage nach dem Dezember-Lockdown gekippt worden; umsichtig wie ich bin, hatte ich sofort einen neuen Termin für den Januar vereinbart (der fiel aus) und gleich noch einen für Februar (der fiel ebenfalls flach).

Also wieder anmelden. Ich wollte so schnell wie möglich nach der Lockerung drankommen (als Kurzhaarfrisurträgerin baue ich hier auf Ihr wohlwollendes Verständnis: Denn spätestens nach drei Monaten verwandelt sich mein Haar in eine Art Puschel).

Mein neuer Termin, er wurde für die zweite Woche nach Friseuröffnung eingetragen. Zunächst fand ich das ganz in Ordnung, denn meine Lieblingsfriseurin hatte mir den (späten) Zeitpunkt erklärt. Doch als eine Freundin schon für den Mittwoch der ersten Woche einen Termin ergatterte und mein Mann einen Termin am selben Tag wie ich, obwohl er viel später bei seinem Friseur angerufen hatte: Da begann ich zu grummeln.

 Das Gehirn hat es gern, wenn ein Problem gelöst ist

Immer wieder kehrten meine Gedanken zu dieser Terminabsprache zurück. Immer verbunden mit Gefühlen von leichtem Ärger. Ich wendete die Argumente meiner Friseurin hin und her, stellte Berechnungen an, welche Anzahl von Termine in der ersten Woche machbar seien …

Sie merken schon, ich begab mich ganz und gar in den Bereich von Fantasie und Vermutung. Und grummelte – alleine aufgrund meiner Gedanken!

Kennen Sie das auch? Dass Sie über eine Situation oder eine Begebenheit endlos grübeln? Dass Sie immer wieder zu einem bestimmten Thema zurückkehren, obwohl Sie wissen, dass es fruchtlos ist?

So ist es leider gestrickt, unser Gehirn. Wenn ein Problem keine Lösung gefunden hat, kehren wir zu dieser offenen gedanklichen Baustelle zurück. Genau wie ein kleiner Hund immer wieder zu seinem vergrabenen Knochen zurückläuft.

Die Angelegenheit nahm immer mehr meiner Energie in Anspruch. Aber plötzlich: Erleuchtung!

Mein Aha-Moment: klopfen, bis wieder Ruhe herrscht

Ich nutzte meine Klopfakupunktur-Übung, die ich normalerweise nur bei heftigen Wutgefühlen verwende. Und siehe da, sie funktionierte auch hier.

Mittlerweile kann ich lässig darüber schreiben und sprechen, ohne diese unangenehmen begleitenden Gefühle zu empfinden. Denn genau das schafft diese Übung: Sie trennt die erlebte Situation von den dranhängenden Körperempfindungen. Das Zauberwort in jener Situation hieß tatsächlich „Klopfakupunktur“, und eine ausführliche Anleitung finden Sie unter anderem in meinem Buch „Komm mal runter von der Palme! – Wie Ärger entsteht und was Sie dagegen tun können“.

Ach übrigens, sie funktioniert bei fast allen Menschen. Auch bei denen, die seeeehr skeptisch damit beginnen.

 

Geschrieben von : Carmen Reuter

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