Carmen Reuter Profil

An einem verregneten Sonntag vor vielen Jahren beschloss ich, Lehrerin zu werden. Ich war zehn Jahre alt, spielte Blockflöte und trug eine schreckliche Bubikopf-Frisur, weil mein Opa mich immer zum Herrenfriseur mitnahm. Als Lehrerin würde ich Menschen die Freude am Lernen entdecken lassen können. Und ich würde ihnen helfen zu verstehen, wie die Welt tickt, wie der Mensch tickt!
Aha, dachte ich, eine echte Entdeckung: Suchen und finden, das gefällt mir.

Einige Zeit später – ich verweigerte zwischenzeitlich den Herrenfriseur – fiel mir mein erstes Fantasy-Buch in die Hände. Ich legte es bis zur letzten Seite nicht aus der Hand: Denn da wuchs ein kleiner Held über sich selbst hinaus – und entdeckte seine Aufgabe und seine Begabung. Genau mein Ding. Als ich dann den „Herr der Ringe“ verschlungen hatte, zündete es endgültig bei mir.
Aha!, dachte ich. Suchen und finden, das gefällt mir wirklich!

Rebellion und der Beginn der Leichtigkeit

Ich begann nun gezielt danach zu suchen, was sich im Leben zu entdecken und finden lohnt. Und leistete Widerstand gegen alles Alte, das sich längst wie eingesperrtes Leben anfühlte. Pure Rebellion, die mich in Spitzenrock, Norwegerpullover, Lederjacke und Blumentopfhut durch Karlsruhe wandern ließ. Meine Haare reichten mittlerweile bis über die Hüfte. Gleichzeitig wunderte ich mich immer wieder, wie zwei – jeder für sich – wunderbare Menschen wie mein Vater und meine Mutter es schafften, sich gegenseitig das Leben derart zur Hölle zu machen. Ich wollte das verstehen. Ging das denn nicht anders? Besser?

Die Rebellion verwuchs sich; was aber blieb, war die Sehnsucht zu entdecken, wie der Mensch und die Welt ticken. Nach dem Abitur wurde ich zunächst Erzieherin, ließ eine Heilpraktikerausbildung folgen und eröffnete meine eigene Naturheilpraxis. Bei der Ausbildung in angewandter Kinesiologie der nächste große Aha-Moment: Aha, ich konnte mich verändern? Es war tatsächlich möglich, sich aus alten Kindheitsmustern zu befreien? Welche Entdeckung!

Plötzlich trat Leichtigkeit in mein Leben, mehr Freude und Glück. Ich suchte, entdeckte immer weiter und erweiterte damit mein Profil: Kommunikationspsychologie, Positive Psychologie, Erkenntnisse der Hirnforschung und alles, was mit der Entfaltung von menschlichem Potenzial zu tun hat.

Profession: leidenschaftliche Aha-Aktivistin

Und dann kam er, der entscheidende Aha-Moment: Ich las "Der Mögliche Mensch" von Jean Houston. Das Buch traf mein Innerstes, elektrisierte mich, setzte binnen weniger Tage Klarheit und Kraft frei. Seitdem treibt mich die Mission, Menschen dabei zu unterstützen, wie sie Begrenzungen überwinden und eigene Aha-Momente erleben können: Was steckt wirklich in mir? Wie kann das Leben aussehen, welches für mich nicht gewöhnlich ist – und wie finde ich es heraus?

Heute bin ich in allen Aspekten meiner beruflichen Tätigkeiten eine leidenschaftliche Aha-Aktivistin. Als Speaker vermittle ich unter anderem, dass man an jedem Tag seines Lebens ein menschliches Wesen in Ausbildung (ein sogenanntes MWiA) ist und ein Neustart damit immer möglich. Wenn Zuhörer mit dieser lächelnden Erkenntnis nach Hause gehen: wunderbar! In meinen Trainings geht es darum, gesund zu bleiben und alternsgerecht Freude und Motivation bei der Arbeit zu erhalten – kann es ein schöneres Thema geben? Und im Coaching wiederum lösen wir zunächst die Umklammerung der Selbstsabotage auf, um zur großen Frage vorzustoßen: Wie will ich mein Leben gestalten, wenn ich mich und meine Bedürfnisse ernst nehme? Ein Leben, bei dem ich am Schluss nichts bereue?

Jenseits der Arbeit: Singen und Sonne

Ja, ich arbeite viel und gern. Parallel engagiere ich mich in einem Businessnetzwerk für Frauen (B.F.B.M.e.V.). Nach vielen Jahren als Leiterin der Regionalgruppe Karlsruhe bin ich inzwischen Bundesvorsitzende.

Ich genieße es aber auch, nicht zu arbeiten. Dann erfreue ich mich buchstäblich am Leben und seiner Lebendigkeit. Seit 1984 bin ich mit dem gleichen Mann zusammen – angesichts des Kommunikations- und Konfliktverhaltens, was wir beide aus unseren Ursprungsfamilien mitgebracht haben, ein kleines Wunder.

Wir haben zwei mittlerweile erwachsene Kinder. Beide wurden groß mit einer Mutter, die nicht nur dutzendweise Bücher liest (siehe mein Video-Log: Buchcheck-Quickie)  – sondern für ihr Leben auch gern singt. Als keckes Trio "A Capriccia" bin ich viele Jahre mit zwei Freundinnen im Karlsruher Raum aufgetreten, mal mit einem klassischen Programm, mal mit Evergreens der Zwanzigerjahre. Es lässt sich wohl kaum verbergen: Menschen gute Laune zu verschaffen, bereitet mir großes Vergnügen.

Zum schönen Leben brauche ich übrigens nicht nur Bücher und Musik, sondern auch Sonne. Die hole ich mir am liebsten in Auszeiten am Mittelmeer, wenn ich mal wieder auf der Suche nach einem neuen Aha-Moment bin.

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